Graz. Die rechtsgerichtete österreichische Parlamentsabgeordnete Susanne Winter (51) ist wegen herabwürdigender Äußerungen gegen den Islam von einem Gericht in Graz zu einer dreimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss Winter, die im vergangenen Jahr für die rechte Freiheitliche Partei in den Nationalrat (Bundesparlament) gewählt wurde, eine Geldstrafe von 24.000 Euro zahlen. Winters Anwalt will in Berufung gehen.
Das Gericht sprach Winter der "Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren" schuldig. Sie hatte im Wahlkampf in der Steiermark vor einem Jahr den Propheten Mohammed als "Kinderschänder" bezeichnet und gefordert, im Grazer Stadtpark ein "Tierbordell" einzurichten, "damit sich Grazer Moslems nicht mehr an jungen Mädchen vergreifen". Außerdem hatte sie öffentlich erklärt, Mohammed habe den Koran "im Rahmen von epileptischen Anfällen geschrieben".
Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA wurde Winter in vier von fünf Anklagepunkten schuldig gesprochen. Ihre Äußerungen seien "objektiv geeignet gewesen, Hass zu schüren", begründete Richter Christoph Lichtenberg.
Winters Sohn, Michael Winter, Leiter der FPÖ-Jugendorganisation in der Steiermark, war bereits im vergangenen Jahr wegen des gleichen Delikts zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte Muslimen in einer Zeitschrift eine Tendenz zur Sodomie unterstellt und ähnliche Maßnahmen wie seine Mutter gefordert. Winter legte nach der Verurteilung sein Parteiamt nieder. (dpa)
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