Budapest. Ein bizarre Affäre um zwei israelische Militärjets schlägt in Ungarn Wellen. Die Regierung entließ nach Angaben vom Mittwoch den Chef der Luftverkehrsabteilung in der nationalen Verkehrsbehörde. Der Abteilungsleiter habe zwei israelischen Militärflugzeugen die Nutzung des Luftraums gestattet, ohne die Geheimdienste informiert zu haben, begründete Verkehrsminister Peter Honig den Schritt. Die Sicherheit Ungarns sei durch den Überflug der Gulfstream-Maschinen nicht bedroht gewesen.
Fotoamateure hatten die Aufklärungsflugzeuge in der Vorwoche fotografiert, als sie auf dem Budapester Flughafen Ferihegy aufsetzten und wieder durchstarteten. Die rechts-nationale Tageszeitung Magyar Nemzet berichtete von "israelischen Spionageflugzeugen". In Ungarns Rechter ist Antisemitismus weit verbreitet. Bei der Wahl in zweieinhalb Wochen wird mit einem Erdrutschsieg der Rechten und einem Regierungswechsel gerechnet.
Israel äußerte sich zu dem Vorfall am Flughafen Ferihegy nur knapp: Es habe sich nicht um "Spionageflugzeuge" gehandelt. Israelische Medien mutmaßten, das Manöver habe damit zu tun, dass Budapest in etwa derselben Entfernung von Israel liegt wie Teheran. Es habe sich wohl um eine Übung gehandelt. (dpa)
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