Hamburg. Die Entführer der sächsischen Familie im Jemen verlangen angeblich zwei Millionen Dollar Lösegeld. Außerdem forderten sie Straffreiheit, freies Geleit und die Zusicherung, nicht an Saudi-Arabien übergeben zu werden, meldete "Spiegel Online" am Mittwoch.
Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh hatte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Montag gesagt, es gebe mittlerweile über Mittelsmänner einen Kontakt zu den Entführern. Die jemenitische Regierung kenne den Aufenthaltsort der Geiseln und beginne nun mit den Verhandlungen.
Dem deutschen Krisenstab sei mitgeteilt worden, dass am Dienstag über einen Emissär die Gespräche aufgenommen worden seien. Der Vermittler solle nach jemenitischen Angaben ein Huthi-Rebell sein, hieß es nun bei "Spiegel online". Die Verhandlungen fänden angeblich rund um Saada im Norden statt. Die Geiseln sollen in einem Wadi in der Dschabbara-Region versteckt sein, etwa zweieinhalb Stunden von der jemenitisch-saudi-arabischen Grenze entfernt.
Die Regierung des Jemen habe in jüngster Zeit keinen Beweis erbringen können, dass die Familie noch lebe, hieß es weiter. Das letzte Zeichen stamme aus dem September. Auf zwei damals übermittelten Filmen seien die gesundheitlich offenkundig angeschlagenen Kinder der Familie zu sehen. Seitdem gebe es keine konkreten Hinweise mehr.
Welchen Einfluss die Regierung des Jemen tatsächlich im umkämpften Norden des Landes rund um Saada habe, sei zudem unklar. Die Huthi-Rebellen wollten politische Zugeständnisse, die Staatspräsident Saleh zu vermeiden suche. Die fünfköpfige Familie aus Sachsen war zusammen mit zwei Bibelschülerinnen aus Niedersachsen, einem Briten und einer Südkoreanerin am 12. Juni vergangenen Jahres im Jemen verschleppt worden. Die Bibelschülerinnen und die Südkoreanerin wurden wenig später tot aufgefunden. (dpa)
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