Aktuell: Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Türkei | US-Wahl | FR-Serie: Fintechs
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Politik
Nachrichten und Kommentare zur Politik in Deutschland und der Welt

31. Januar 2014

Joachim Gauck Bundeswehr: Gauck plädiert für mehr Auslandseinsätze

 Von 
Außenpolitische Grundsatzrede in München: Joachim Gauck.  Foto: REUTERS

In München hält der Bundespräsident ein flammendes Plädoyer für eine aktivere Sicherheitspolitik Deutschlands. Doch die Deutschen selbst verspüren wenig Lust, mehr internationale Verantwortung zu übernehmen.

Drucken per Mail

In München hält der Bundespräsident ein flammendes Plädoyer für eine aktivere Sicherheitspolitik Deutschlands. Doch die Deutschen selbst verspüren wenig Lust, mehr internationale Verantwortung zu übernehmen.

München –  

Mitten in die Diskussion über die künftige deutsche Außen- und Sicherheitspolitik hat sich Bundespräsident Joachim Gauck für ein deutlich stärkeres internationales Engagement Deutschlands ausgesprochen. Zur Eröffnung der 50. Sicherheitskonferenz in München warnte das Staatsoberhaupt am Freitagnachmittag in einer Grundsatzrede deutlich: „Die Beschwörung des Altbekannten wird künftig nicht ausreichen.“

Vor 400 Ministern, Politikern, Diplomaten und Managern in München nahm Gauck zwar die Bundesrepublik vor dem Pauschalvorwurf in Schutz, dass sich das Land in sicherheitspolitischen Fragen in der Regel vor der Verantwortung ducke. Dennoch müsse Deutschland bereit sein, jetzt international mehr zu tun für jene Sicherheit, die ihm über Jahrzehnte von anderen gewährt worden sei. Das Land sei tief verwoben in die internationale Gemeinschaft und profitiere sehr von der offenen Ordnung der Welt, weshalb es auch seine Pflicht sei, sich gegen etwaige Störungen dieser Ordnung zu engagieren.

Gauck fordert politische Besonnenheit

Deutschland werde niemals rein militärische Lösungen unterstützen, sondern politisch besonnen vorgehen und alle diplomatischen Möglichkeiten ausschöpfen, stellte Gauck klar. Wenn aber über den äußerten Fall eines möglichen Einsatzes der Bundeswehr diskutiert werde, dürfe die Bundesrepublik weder aus Prinzip nein noch reflexhaft ja sagen.

Das Plädoyer des Bundespräsidenten in München fällt mitten in eine Zeit, da vielerorts mehr internationales Engagement von Deutschland gefordert wird. Zuletzt hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Donnerstag in Berlin die Deutschen genau dazu aufgefordert. Und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) äußerte die Überzeugung, Deutschland sei zu groß und mächtig, um Außenpolitik nur zu kommentieren. Die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte jüngst für mehr Militäreinsätze in Afrika geworben.

Mehr dazu

All diesen Forderungen steht eine skeptische deutsche Öffentlichkeit gegenüber, die wenig Verständnis für eine aktivere Außenpolitik zu verspüren scheint. Nach einer aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest/dimap lehnen fast zwei von drei Deutschen ein zusätzliches militärisches Engagement der Bundeswehr in Afrika ab. Die Pläne von der Leyens stoßen lediglich bei 30 Prozent auf Zustimmung. Gauck rief dazu auf, außenpolitische Themen nicht nur in elitären Zirkeln, sondern in der ganzen Breite der Gesellschaft zu diskutieren.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

US-Wahl

Washington wird künftig mehr verlangen

Von  |
Nach der ersten Redeschlacht hat Hilary Clinton den Vorteil auf ihrer Seite.

Clinton hat das TV-Duell, aber nicht die Wahl für sich entschieden. Sie wäre für Deutschland und die anderen EU-Staaten der bessere Partner. Die US-Politik wird sich ohnehin ändern. Der Leitartikel. Mehr...

Fall Jenna Behrends

Überfällige Sexismus-Debatte in der CDU

Der Berliner CDU-Landesparteichef Frank Henkel weiß, wie er mit seinen Parteikolleginnen umzugehen hat.

Sexismus ist nichts, was die Berliner CDU exklusiv für sich beansprucht. Er findet sich in Parteien, Unternehmen und Verbänden. Eine breite Debatte darüber ist lange überfällig. Der Leitartikel. Mehr...

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung