Washington. Auch in der Heimat bekam US-Präsident Barack Obama viel Lob für seine Rede in Kairo - aber nicht von allen. Amerikas Konservative stört vor allem Obamas Kritik an Israel. Auch entschuldige sich der Präsident zu oft für sein Land und habe Verrat geübt an Amerikas Mission, der Verbreitung von Demokratie in der Welt. Hart ins Gericht gingen mit Obama vor allem jene, die die US-Außenpolitik der Bush-Jahre mit Fanfarenstößen begleitet hatten.
"Wieder und wieder" habe sich Obama für die USA entschuldigt, selbst für Kolonialismus, dabei sei Amerika in Arabien nie Kolonialmacht gewesen, klagt der Kolumnist Charles Krauthammer, in der US-Presse seit Jahren die wohl einflussreichste Stimme der Hardliner. Krauthammer warf Obama eine falsche "moralische Äquivalenz" vor, weil er Demokratie-Defizite im Westen mit jenen in diktatorischen muslimischen Staaten gleichsetze. Obama habe den Muslimen von Algebra bis zum Bleistift für alles gedankt, "aber kurioserweise vergessen zu erwähnen, dass sie oft Leute ins Gefängnis werfen, die davon Gebrauch machen", höhnte auch die konservative New York Post.
Empört sind Amerikas Rechte auch über Obamas Versprechen, er betrachte es als Teil seiner Aufgaben als US-Präsident, gegen negative Stereotypen über den Islam zu kämpfen.
Typisch für die Stimmung in den USA sind die Beschwerden aus dem Schmollwinkel der Bush-Apologeten aber nicht. Die meisten US-Bürger wissen zu schätzen, wenn ihr Präsident versucht, das Image der Supermacht in der Welt zu verbessern. "Er hat den Menschen in einer von ermüdender Hysterie berauschten Region gezeigt,wie man mit Verständnis und Würde miteinander redet", lobte etwa David Brooks, gemäßigt-konservativer Kolumnist der New York Times.
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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