Kairo. Als wenn es die Obsthändler von Kairo geahnt hätten. Seitdem sich die Nachricht von dem Friedensnobelpreis für Barack Obama in der ägyptischen Hauptstadt verbreitet, preisen sie ihre beste Sorte noch lauter an, die so genannten Obamadatteln - prall und zuckersüß, das Kilo für vier Euro. "Wir lieben Obama und darum nennen wir unsere Superdatteln nach ihm", schmunzelt Händler Omar Ashraf. Im Jahr zuvor hatte er seine Premium-Sorte noch Nasrallah genannt - nach dem Hisbollah-Chef im Libanon.
Das ist anders, seit der neue Mann im Weißen Haus am 4. Juni für seine große Rede an die muslimische und arabische Welt in Kairo war. Obama gilt seither als Sympathieträger, auch wenn zu den ersten Gratulanten der Region ausgerechnet Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad gehörte. "Wir hoffen, der Friedensnobelpreis wird ihm den Anreiz geben, Gerechtigkeit in die Weltordnung zu bringen", ließ er erklären und fügte hinzu: "Wenn er das Vetorecht im UN-Sicherheitsrat aufgibt, kann er beweisen, dass er den Preis zu Recht erhalten hat." Anders sieht das die Teheraner Studentin Neggeen Salehi. "Ich finde, Obama hat den Preis verdient, obwohl er noch keine konkreten politischen Erfolge vorzuweisen hat", sagt sie.
Mit deutlicher Skepsis dagegen reagierten die Menschen im Irak, obwohl sie Obamas Bemühungen, die Gewalt im Land zu bekämpfen, anerkennen. "Immerhin besser als Bush", meinte ein 45-jähriger Wachmann: "Obama hat die Lage im Irak und in anderen Staaten beruhigen können." Ein anderer dagegen sagt, der Chef des Weißen Hauses habe bisher keines der Probleme im Irak und in Afghanistan gelöst.
Paul Salem, Direktor des angesehenen Middle East Centers der Carnegie Stiftung in Beirut, ist immerhin überzeugt: "Der Preis wird Obamas Ansehen hier weiter erhöhen." Der US-Präsident habe im Irak mit der Einlösung seines Versprechens begonnen, die Truppen abzuziehen, betont Salem auf FR-Anfrage: "Und auch im Verhältnis zu Syrien zeichnet sich ein Neubeginn ab."
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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