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09. März 2016

Kampf gegen den Terror: Obamas umstrittene Drohnen-Taktik

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Der Einsatz unbemannter Drohnen für Kampfeinsätze ist in der Bevölkerung wie unter Experten umstritten.  Foto: imago stock&people

Die US-Regierung setzt im Kampf gegen den islamischen Terror vermehrt auf Drohnenangriffe aus der Luft. Experten kritisieren die hohen zivilen Opfer und stellen die Effizienz der Angriffe in Frage.

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In einem der tödlichsten Luftangriffe, den die US-Streitkräfte jemals in Somalia ausgeführt haben, hat die Luftwaffe der Supermacht am vergangenen Samstag nach eigenen Angaben mindestens 150 Mitglieder der extremistischen Al-Shabaab-Miliz getötet. Sowohl Kampfflugzeuge wie unbemannte Drohnen hätten am frühen Samstagabend das knapp zweihundert Kilometer nördlich der Hauptstadt Mogadischu gelegene Ausbildungslager „Raso“ zerstört, in dem sich Kämpfer der mit Al-Kaida verbündeten Miliz im letzten Stadium der Vorbereitung neuer Terroranschläge befunden hätten, gab Pentagon-Sprecher Jeff Davis am Montag bekannt. Die US-Streitkräfte hätten das Lager bereits „seit geraumer Zeit“ beobachtet, fügte Davis hinzu: „Wir wissen, dass die Milizen ihr spezielles Training abgeschlossen hatten und in Kürze zu offensiven Operationen ausgesandt werden sollten.“ Ob bei dem Angriff auch führende Mitglieder der Extremistenorganisation ums Leben kamen, sei bislang nicht bekannt, hieß es weiter. Zivilisten seien vermutlich nicht zu Schaden gekommen.

Eine der waffenfähigen Drohnen, die von den USA eingesetzt wird, ist die MQ-1 Predator.  Foto: Reuters

Ein Al-Shabaab-Sprecher bestätigte den Luftangriff, dementierte jedoch die hohe Zahl der Todesopfer. „Wir ziehen schon seit langem nicht mehr so viele Kämpfer an einem Ort zusammen“, sagte Scheich Abdiasis Abu Musab gegenüber Reuters: „Schließlich wissen wir, dass der Himmel über Somalia voller Flugzeuge ist.“

Viele Anschläge in Somalia

Es handelt sich bereits um den zweiten großen Luftangriff der US-Streitkräfte auf extremistische Muslime in diesem Jahr. Im Februar wurden bei der Bombardierung eines Ausbildungslagers des Islamischen Staates (IS) im libyschen Sabratha offenbar 49 Kämpfer einschließlich des IS-Kommandanten Noureddine Chouchane getötet. Unter den Toten befanden sich auch zwei serbische Geißeln der Extremisten. Nach Angaben der Washingtoner Denkfabrik New America schlugen die US-Streitkräfte in Somalia in den vergangenen 13 Jahren mit insgesamt zwölf Drohnenangriffen und 15 Spezialoperationen gegen die Al-Shabaab-Miliz zu, bei denen insgesamt genauso viele Kämpfer wie bei dem Angriff am Samstag ums Leben kamen. Auch der einstige Kopf der somalischen Extremisten, Ahmed Godane, soll bei einem Drohnenangriff im Jahr 2014 getötet worden sein.

Die Steuerung der Drohne erfolgt vom Stützpunkt aus.  Foto: REUTERS

Trotz der massiven Interventionen scheint das Rückgrat der Miliz jedoch keineswegs gebrochen zu sein. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres schlugen Al-Shabaab-Kämpfer wieder zahllose Male in Somalia zu: Unter anderem wurde der Präsidentenpalast in Mogadischu mit Mörsern beschossen, ein Hotel und ein Strandcafé in der Hauptstadt angegriffen sowie ein Attentäter in ein – womöglich falsches – Flugzeug geschleust, wo er sich selbst in die Luft jagte und die beschädigte Maschine zu einer Notlandung zwang. Besonderes Aufsehen erregte der Al-Shabaab-Angriff auf ein kenianisches Militärquartier im Südwesten des Landes, bei dem mindestens 100, womöglich sogar 180 Soldaten ums Leben kamen. Außerdem gelang den Extremisten auch die kurzfristige Rückeroberung der Hafenstadt Merka. Obwohl die Führung der in Somalia operierenden afrikanischen Mission Amisom immer wieder die Zerschlagung Al-Shabaabs ankündigt, kontrollieren die Extremisten noch immer weite Teile des Landes. Offenbar werden sie mit Waffen aus dem arabischen Raum versorgt: Vor wenigen Tagen rieb ein australisches Kriegsschiff vor der Küste Omans ein Fischerboot auf, das sich auf dem Weg nach Somalia befand und Granatwerfer, Maschinengewehre sowie 2000 Schnellfeuergewehre geladen hatte.

US-Präsident Barack Obamas Taktik, den Hintermännern des internationalen Terrorismus vor allem in Afghanistan, Pakistan, dem Jemen und Somalia mit Drohnenschlägen zu begegnen, ist schon seit langem umstritten. Fachleute warnen vor der hohen Zahl an zivilen Opfern, die solche Angriffe kosten und ziehen deren Effizienz in Frage, weil die Terrororganisationen getötete Führerpersönlichkeiten mühelos ersetzen könnten. Zumindest in einem Streitpunkt scheint das Weiße Haus nun nachzugeben.

Die US-Regierung werde in den kommenden Wochen eine Liste aller ausgeführten Drohnenschläge seit der Amtsübernahme Obamas 2009 veröffentlichen, teilte Sicherheitsberaterin Lisa Monaco jüngst mit: Darin enthalten sei auch die Zahl der getöteten Extremisten sowie die Zahl der zivilen Opfer.


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