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13. August 2012

Kanzlerkandidatur SPD Steinmeier: Ungelöste K-Frage quält die SPD

 Von Steffen Hebestreit
Frank-Walter Steinmeier (SPD) ist im Volk und in der Partei beliebt.  Foto: dpa

Frank-Walter Steinmeier wäre ein guter Kanzler. Das findet der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Er spricht sich für eine Kanzlerkandidatur Steinmeiers aus und stört damit den Zeitplan der SPD-Spitze. Die will bis Januar mit der Kür warten.

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Frank-Walter Steinmeier wäre ein guter Kanzler. Das findet der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Er spricht sich für eine Kanzlerkandidatur Steinmeiers aus und stört damit den Zeitplan der SPD-Spitze. Die will bis Januar mit der Kür warten.

Im Kampf um die Kanzlerkandidatur seiner Partei hat Frank-Walter Steinmeier Schützenhilfe von unerwarteter Seite erhalten. Als erster SPD-Ministerpräsident sprach sich Torsten Albig aus Schleswig-Holstein am Sonntag öffentlich klar für Steinmeier als Kandidaten aus und torpedierte damit alle Pläne der SPD-Spitze, mit der Kür des Spitzenkandidaten bis Januar zu warten.

Steinmeier sei eine starke Führungspersönlichkeit und wäre ein guter Kanzler, sagte der frühere Sprecher von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück der FAZ am Sonntag. Seinem Ex-Chef riet Albig hingegen von einer Kandidatur ab. Steinbrück solle sich dies nicht antun, denn er passe nicht in das enge Korsett, das einem Kandidaten angelegt werde.

Keiner will etwas sagen

In Parteikreisen wurde die Äußerung aus Schleswig-Holstein mit Erstaunen aufgenommen, weil Albig als Unterstützer Steinbrücks galt. Auf Nachfrage wollte sich am Sonntag kein weiterer Ministerpräsident in diese heikle Frage einschalten. „Es bleibt bei dem vereinbarten Zeitplan, zunächst die inhaltlichen Fragen zu klären, dann die personellen“, ließen Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck nahezu wortgleich mitteilen.

Intern wird allerdings damit gerechnet, dass der Kanzlerkandidat anders als geplant im Herbst gekürt wird. Die besten Chancen werden derzeit Steinmeier eingeräumt, der sowohl im Volk beliebt sei als auch viel Unterstützung in der Partei finde. Steinbrück gilt in der SPD als schwer vermittelbar und der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel hat mit Abstand die schwächsten Popularitätswerte. Dieser sprach sich im ZDF-Sommerinterview dafür aus, die K-Frage bis Januar offen zu lassen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft steht nach eigenem Bekunden nicht zur Verfügung.

Keine vorschnelle Festlegung

Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, will sich erst nach der Landtagswahl in Niedersachsen im Januar 2013 für einen Kanzlerkandidaten entscheiden. „Sechs, sieben Monate vor einer Bundestagswahl reicht es vollkommen, Kandidaten aufzustellen“, sagte Kahrs am Montag im ARD-„Morgenmagazin“.

Sowohl der Chef der SPD-Bundestagsfraktion Frank-Walter Steinmeier, der Bundestagsabgeordnete Peer Steinbrück als auch Parteichef Sigmar Gabriel leisteten gute Arbeit, sagte Kahrs. Auf einen Favoriten wollte er sich aber nicht festlegen. „Wir Seeheimer wollen, dass die SPD den Kanzler stellt“, erklärte der Politiker.

Auch die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig warnte am Montag davor, sich vorschnell auf einen Kanzlerkandidaten festzulegen. Jetzt müsse es für die SPD um Inhalte gehen, sagte Schwesig im Deutschlandfunk. Es gebe eine klare Verabredung, sich zur K-Frage erst nach der Landtagswahl in Niedersachsen im Januar zu positionieren. Daran sollten sich alle halten. „Wir kommen doch als SPD mit Inhalten gar nicht durch, wenn wir ständig Personaldebatten führen“, warnte Schwesig. (mit dapd)

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