Berlin. Die Einkommen der niedergelassenen Ärzte steigen geradezu explosionsartig. Nach internen Berechnungen des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, die der Frankfurter Rundschau vorliegen, wird jeder Praxisinhaber in diesem Jahr im Schnitt einen Reinertrag von 164.000 Euro verbuchen. Das sind 22.000 Euro beziehungsweise 15 Prozent mehr als 2007.
Gegenüber 2003 ergibt sich sogar ein Plus von 30 Prozent. In dieser Zeit sind die Bruttoverdienste der Arbeitnehmer lediglich um ungefähr fünf Prozent auf durchschnittlich 27.650 Euro gestiegen.
Der Reinertrag der Ärzte ist in etwa mit dem Bruttogehalt der Arbeitnehmer vergleichbar. Die Mediziner müssen ebenfalls noch Steuern zahlen sowie die Beiträge für die Altersvorsorge und die Krankenversicherung.
Bereits abgezogen sind Ausgaben für Personal, Mieten, Betriebskosten sowie für Kreditzinsen. Der Gewinn je Arztpraxis könnte sogar noch höher sein als vom Spitzenverband berechnet, da ein Einnahmeplus aus der Behandlung von Privatpatienten nicht berücksichtigt ist.
Union verlangt Nullrunde
Die Berechnungen sind Wasser auf die Mühlen derjenigen, die angesichts der Milliardenlöcher im Gesundheitsfonds 2011 eine Nullrunde für die Mediziner fordern. An die Spitze dieser Bewegung hatten sich Gesundheitspolitiker der Union gesetzt.
Die Sparvorschläge der Kassen gehen aber noch weiter. Sie haben Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) aufgefordert, die Honorare der niedergelassenen Ärzte 2011 sogar um 2,5 Prozent zu kürzen.
Der Spitzenverband begründet das damit, dass die Einkommen der Mediziner stärker gestiegen sind als bei der Honorarreform 2009 erwartet.
Außerdem hat Verbandschefin Doris Pfeiffer auch für den Krankenhausbereich eine Nullrunde vorgeschlagen. Minister Rösler hat bisher nicht auf diese Forderungen reagiert.
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