Eigentlich hätten sich die Journalisten auf der großen Putin-Presse-Show die Frage nach dem Weltuntergang sparen können: Ein richtiger Geheimdienstler hat keine Angst. Vor gar nichts. Ausgerechnet bei dieser Frage verlor der angriffslustige russische Präsident aber die Lockerheit und antwortete unfreiwillig langweilig.
"Statt auf die Argumente seiner Kritiker ernsthaft einzugehen, plaudert er über den Weltuntergang, über Gerard Depardieu, der einen russischen Pass bekommen könne, über das Angeln. Eigene Fehler? Fehlanzeige. Sollte es tatsächlich den Versuch geben, Putin ein neues Image zu verpassen, so muss da noch einiges getan werden. Das hat sich heute gezeigt. Putin ist nicht der gnädige Führer der Benachteiligten. Nicht der 'Gute Zar', auf den viele hilflos hoffen und den sie in Putin gern sehen wollen. Putins Politik ist grausam, kalt, unmenschlich. Seine gnadenlose Haltung in Sachen Adoptionsverbot hat das heute noch einmal gezeigt. Die Unantastbarkeit des Russischen Staates ist für ihn wichtiger als das Schicksal behinderter Waisenkinder. Alles beim Alten auch unter der Mehrzahl der Journalisten. Hunderte waren aus den Weiten des Landes angereist. Viele übermittelten Putin Grüße und Dank aus der Heimat und baten ihn, sich persönlich um dieses oder jenes in der Provinz zu kümmern, um Eisenbahn- oder Straßenanschlüsse zum Beispiel. Einer bat gar um Geburtsglückwünsche für sein Kind, ein anderer schlug vor, eine Insel nach Putin zu benennen. Es war wie in der Sowjetunion", kommentiert das Deutschlandradio.
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