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10. März 2009

Kinder fragen Merkel: Kein Unterricht dank Angie

 Von MICHAEL BERGIUS
Am EU-Projekttag fragen Schüler aus Berlin-Neukölln die Kanzlerin aus - und die macht ein wenig Wahlkampf.  Foto: dpa

Am EU-Projekttag fragen Schüler aus Berlin-Neukölln die Kanzlerin aus - und die macht ein wenig Wahlkampf.

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Wo gefällt es der Kanzlerin am besten? In Deutschland im Allgemeinen und im eigenen Bett sowie am heimischen Frühstückstisch im Besonderen. Angela Merkel fährt aber auch gern mal nach England, und "natürlich" ist auch Italien als Urlaubsland nicht übel.

Es ist EU-Projekttag: Politiker schwärmen bundesweit aus, um Jugendliche zu treffen. In Berlin-Neukölln diskutiert die CDU-Chefin mit gut 100 Oberstufenschülern der Lise-Meitner-Schule über Europa. Die haben sich wochenlang vorbereitet. Am Schwarzen Brett wurde eigens die Rubrik "Angie News" eingerichtet, wo Teenager diverse Erwartungen an den Treff notiert haben: "Viel Aufwand", ist da zu lesen, "eine Ehre, dass sie kommt", oder ganz einfach nur: "it's hot!". Englisch ist übrigens die Arbeitssprache in vielen Kursen der auf Naturwissenschaften spezialisierten Schule.

Nachdem die Fragen der geografischen Vorlieben geklärt sind, beginnt ein 45-minütiges Frage-und Antwortspiel mit wechselnden Rollen. Die routinierte Gipfelteilnehmerin bekommt vom Abiturienten Christian zu hören, dass man den Bürgern noch viel deutlicher machen müsse, "dass die EU etwas Gutes ist". Auch der Podiums-Teilnehmer Frederick meint, das "Einheitsgefühl" der Europäer sei noch zu schwach ausgeprägt.

Klagen über Brüssel

Die Antworten fallen zunächst distanziert aus. Wenn sie in ihrem Wahlkreis an der Ostsee unterwegs sei, berichtet die Kanzlerin, höre sie oft Klagen: von den Fischern über die strengen EU-Fangregeln,von Investoren über allzu restriktive Umweltvorgaben. In Brüssel würden oft Entscheidungen gefällt, "die kaum jemand versteht", sagt Merkel; dabei unterlässt sie den Hinweis, dass manche dieser Beschlüsse auch auf Anordnungen jener Chefrunde zurückgehen, der sie angehört.

Von der Finanzkrise und ihren Folgen ist auch viel die Rede an diesem Morgen in Neukölln. Es sei richtig, dass die Koalition die Abwrackprämie offen - und nicht zugunsten deutscher Autobauer - konzipiert habe, lobt (sich) der Gast. Deutschland als Exportweltmeister dürfe "nicht denken wie im Kleingarten", betont Merkel und lässt nicht unerwähnt, dass man protektionistische Autopläne des Kollegen Nicolas Sarkozy erfolgreich "ausgeräumt" habe.

"Gibt es noch Fragen aus dem Publikum, oder ist das verboten?" Merkels Offerte wird angenommen. Einen jungen Türken interessiert die Perspektive seines Landes, und er bekommt eine klare Antwort: EU-Mitgliedschaft nein, wohl aber eine "privilegierte Partnerschaft". Wie wird die EU im Jahr 2020 aussehen? Technik- und innovationsfreundlich, hofft die gelernte Physikerin - und stellt die Frage, ob dieses Ziel zu erreichen sei, wenn man auf Atomkraft oder Gentechnik verzichten wolle. Ach ja: Bei den Angie News gab es auch diesen Eintrag: "Schulausfall für Wahlkampf!"

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