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Kirchenstreit: Der Frieden von Ulm

Der scheidende EKD-Ratsvorsitzende Huber zeigt sich in der Kontroverse um die Ökumene reuig.

Ulm. Manche Beziehungen werden nach einem heftigen Krach besser. Die zwischen der katholischen und der evangelischen Kirche scheint eine solche zu sein. "Der Weg in die Zukunft ist ein Weg der Ökumene, eine Ökumene auf Augenhöhe, ein ökumenischer Dialog, der davon lebt, dass man bei allem, was man sagt und schreibt, dem anderen aufrichtig in die Augen schauen kann", sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, in seinem Grußwort zu der am Sonntag in Ulm eröffneten 11. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Die Differenzen um ein internes EKD-Papier, dass die katholische Kirche und Zollitsch in persona teils beleidigend kritisierte, sind beigelegt. Das Papier war kurz vor der Synode anonym in die Öffentlichkeit lanciert worden und hatte zu massiven Verstimmungen geführt. Der scheidende EKD-Ratsvorsitzende, der Berliner Bischof Wolfgang Huber, zeigte sich in seinem letzten Bericht an die Synode reuig: "Wir haben das ökumenische Miteinander nicht nur, wie es unsere Absicht war, gefördert; wir haben es auch behindert." Sie hätten um Verzeihung und um neues Vertrauen gebeten und dieses auch gefunden. Die Bitte und Zusage um Vergebung sei eine "wichtige ökumenische Erfahrung", sagte Huber. Auf die Frage, ob herauszufinden versucht werde, wer das Papier an die Öffentlichkeit gegeben hat, sagte Huber: "Der Rat der EKD ist keine kriminalistische Vereinigung."

Mehr "geistliche Profilierung"

Der unter Hubers Ratsvorsitz vor drei Jahren eingeleitete Reformprozess hat nach seinen Worten zu sichtbaren Ergebnissen geführt. "In der Öffentlichkeit findet die Stimme der evangelischen Kirche Gehör" , sagte Huber. Zielsetzung müsse "geistliche Profilierung statt undeutlicher Aktivität" sein. Besonders erwähnte er, dass sich die Medien vor allem dann interessiert zeigten, wenn Kirchengebäude verkauft, abgerissen oder umgewidmet würden.

"Wir sind nicht Kirche im Abbruch, wir sind Kirche im Aufbruch", sagte Huber. Seit 1990 seien mehr Kirchen errichtet oder wiederhergestellt als entwidmet worden. Um die strukturellen Unterschieden zwischen West- und Ostdeutschland stärker zu berücksichtigen, soll es einen Finanzausgleich geben, der sich stärker am Verhältnis zwischen Bevölkerungszahl und Kirchenmitgliedern orientiert.

Die Synodalen verabschiedeten Huber mit Ovationen.

Autor:  Silke Rummel
Datum:  26 | 10 | 2009
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