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Klimaverhandlungen: Kopenhagen droht zu scheitern

Für Streit sorgen weiterhin konkrete Ziele, die CO2-Emissionen in den Industrienationen zu senken, und die Beiträge der Schwellenländer zum Klimaschutz.

Rund 2500 Regierungsvertreter, Umweltschützer, Forscher und Manager aus mehr als 180 Staaten haben in Bangkok zwei Wochen lang über die Zukunft der Welt verhandelt. Doch weit sind sie nicht gekommen. Die UN-Klimaverhandlungen sind gestern ohne nennenswerte Fortschritte zu Ende gegangen. Für Streit sorgen weiterhin konkrete Ziele, die CO2-Emissionen in den Industrienationen zu senken, und die Beiträge der Schwellenländer zum Klimaschutz.

UN-Klimachef Yvo de Boer sagte, das Misstrauen zwischen reichen und armen Ländern habe sich noch verstärkt. Ziel der Gespräche war es, sich auf Eckpunkte eines neuen Abkommens zu verständigen. Dieses soll im Dezember auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen beschlossen werden. Doch die Aussichten sind schlecht: Christoph Bals von der Organisation Germanwatch sagte: "Ein Scheitern in Kopenhagen ist wahrscheinlicher geworden." Es bestünden unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie das Klimaabkommen aussehen solle. Zudem ist fraglich, ob sich die USA im Dezember wirklich festlegen lassen. Denn das dafür nötige Gesetz ist noch nicht beschlossen. Scheitert die US-Regierung mit ihrem Vorschlag im Parlament, wird es wohl kein Klimaabkommen geben.

Dorothy Guerrero von der Organisation "Focus on the Global South" kritisierte die Haltung der reichen Staaten, etwa der USA: "Es ist Heuchelei, dem Süden die Schuld zuzuschieben und vor allem Schwellenländer wie China oder Indien als die bösen Buben hinzustellen." Die Industrieländer müssten den Hauptteil der Verantwortung tragen, weil sie in der Vergangenheit am meisten Emissionen ausgestoßen hätten.

Das Vertrauen in die Verhandlungen hat zudem am Freitag einen weiteren Schlag von der EU erhalten. Chefunterhändler Anders Turensson forderte für die letzte Verhandlungsrunde vor Kopenhagen im November in Barcelona: "Die Entwicklungsländer müssen uns zuerst eine Ahnung von dem geben, was sie anzubieten haben. Dann können wir unsere Karten auf den Tisch legen."

Die großen Umweltorganisationen erklärten daraufhin die EU zum "Fossil der Konferenz". Greenpeace-Sprecherin Tove Ryding sagte: "Die EU behauptet, Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel zu sein. Was wir hier gesehen haben, sind interne Konflikte und ein vollständiges Fehlen von Ambitionen."

Das Klimaabkommen von Kopenhagen soll das Kyoto-Protokoll ablösen. Laut dem Weltklimarat müssen die Industrienationen ihre Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent verringern, um die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten. ( epd/kna)

Datum:  10 | 10 | 2009
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