Aktuell: Trauer um Claudia Michels | Pegida | Flucht und Zuwanderung | Fußball-News | Eintracht Frankfurt

Politik
Nachrichten und Kommentare zur Politik in Deutschland und der Welt

17. Juli 2012

Knackpunkt Iran: Clinton mahnt Israel zu Besonnenheit

 Von Inge Günther
Außenministerin Hillary Clinton trifft Israels Premierminister Benjamin Netanjahu in Jerusalem.Foto: dapd

Differenzen mit dem Verbündeten im Umgang mit den nuklearen Ambitionen des Iran: Washington hat eine geballte diplomatische Initiative lanciert, um dem israelischen Verbündeten einen militärischen Alleingang gegen Iran auszureden - zumindest vorerst.

Drucken per Mail
JERUSALEM –  

Washington hat eine geballte diplomatische Initiative lanciert, um dem israelischen Verbündeten einen militärischen Alleingang gegen Iran auszureden – zumindest vor den US-Wahlen im November. Vorige Woche war es Barack Obamas Sicherheitsberater Tom Donilon, der den Israelis versicherte, sie könnten sich auf die USA verlassen. Diese Woche ist Außenministerin Hillary Clinton dran und Ende Juli kommt Verteidigungsminister Leon Panetta.

„Freunde wie wir müssen in kluger, kreativer und couragierter Weise zusammenarbeiten“, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Montag zu Beginn ihres zweitägigen Besuchs in Jerusalem und Ramallah. Da hatte sie gerade ihre erste Unterredung mit Israels Staatspräsident Schimon Peres hinter sich sich. Beobachter deuteten Clintons dezente Mahnung zu mehr Kooperation als Hinweis auf amerikanisch-israelische Meinungsverschiedenheiten im Umgang mit iranischen Nuklearambitionen. Mit Peres freilich, der im Iran-Konflikt zu den besonnenen Stimmen in Israel zählt, erzielte Clinton weitgehende Übereinstimmung. Barack Obamas Umgang „mit dem gefährlichsten Thema der Gegenwart – Iran “ lobte Peres ausdrücklich.

In den Gesprächen mit ihrem Amtskollegen Avigdor Lieberman und Verteidigungsminister Ehud Barak dürfte Clinton eher auf Granit gestoßen sein. Premier Benjamin Netanjahu, der Montagabend für den Gast aus Washington ein Festbankett ausrichtete, sieht in einer Atommacht Iran die Gefahr eines zweiten Holocaust. Nach der Logik einer solchen existenziellen Bedrohung wäre auch ein Präventivangriff ohne internationalen Segen gerechtfertigt.

Vizepremier Mosche Jaalon, im Kabinett für strategische Angelegenheiten zuständig, hat den Iran-Konflikt bereits auf die Formel verkürzt: Entweder bekomme Iran die Bombe oder Israel bombardiere Iran. „Ob auf diese oder jene Weise“, sagte Jaalon, „das iranische Nuklearprojekt muss gestoppt werden.“ Die Uhr laufe und verhängte Sanktionen – wie das Ölembargo der EU-Staaten – schienen nicht die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Jedenfalls sind die in Istanbul, Bagdad und Moskau geführten Gespräche der fünf UN-Sicherheitsratsmitglieder plus Deutschland in der Sackgasse gelandet, auch wenn ihr Scheitern offiziell nicht eingestanden wurde. Dennoch wollen die USA der Diplomatie mehr Zeit einräumen. Israel befürchtet indessen, dass Teheran hieraus ableite, das Land könne ungestört weiter Uran anreichern.

Zur Homepage
comments powered by Disqus
Ressort

Nachrichten aus den Inland und Ausland, Analysen und Kommentare.

Verlagsveröffentlichung


Der Kampf um die Startbahn West +++ Tschernobyl-Katastrophe erreicht Frankfurt +++ Attentate erschüttern Rhein-Main-Gebiet +++ Der Main erhält ein Museumsufer +++ Hochhäuser in Frankfurt

Videonachrichten Politik
Dossier


Millionen Menschen verlassen ihre Heimat. Sie fliehen vor Krieg oder Umweltschäden; sie suchen Arbeit, ein besseres Leben. Nicht wenige sterben, etwa vor Lampedusa. Andere schaffen es nach Deutschland - und werden hier nicht immer gut behandelt.

Übersichtsseite - alles auf einen Blick.

Zuwanderung in Frankfurt und Rhein-Main.

Schicksale - die betroffenen Menschen.

Lampedusa - Europa schottet sich ab - die Folgen.

Anzeige

Talkshow-Kritiken auf einen Blick
Meinung