Berlin. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hat massiven Widerstand gegen die Atompolitik einer schwarz-gelben Regierung angekündigt. Mit einer Laufzeitverlängerung für die deutschen Kernkraftwerke werde das Stromnetz "mit Grundlaststrom verstopft". Da gleichzeitig auch noch neue Kohlekraftwerke gebaut werden sollten und die alten weiterliefen, werde der Ausbau der erneuerbaren Energien erschwert, sagte Trittin dem Berliner "Tagesspiegel". "Wir werden dabei sein, wenn demonstriert wird."
Demonstrieren würden dann nicht nur Atomkraftgegner, sondern "auch die Beschäftigten im erneuerbaren Energien-Sektor und die Gewerkschaften". Es gehe um die Umsätze und die Arbeitsplätze einer ganzen Branche, sagte Trittin. "Wir reden von 280.000 Arbeitsplätzen und einem Potenzial von fast noch einmal so vielen, das nun nicht ausgeschöpft werden kann."
Union und FDP haben sich im Grundsatz auf längere Atom-Laufzeiten, aber auch den Ausbau der Öko-Energien geeinigt. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kündigte am Samstag an, die Atomkraft solle nur eine Übergangstechnologie sein. Die genauen Laufzeiten der Atommeiler stehen aber noch nicht fest. Hunderte Atomkraftgegner "umzingelten" die Verhandlungen in Berlin mit einer Kundgebung. Im niedersächsischen Hitzacker - in der Nähe des Atommüll-Zwischenlagers Gorleben - demonstrierten rund 450 Globalisierungskritiker und Atomkraftgegner.
Für den Ausbau erneuerbarer Energien müsse noch Zeit überbrückt werden, sagte Guttenberg. "Für diese Zeit wird man auch als Brückentechnologie die Kernkraft noch benötigen." Aber es sei das Ziel von Schwarz-Gelb, dass sie "irgendwann verzichtbar ist". Einzelheiten und Details sollten in den kommenden Tagen geklärt werden. (dpa)
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