U-Bahn-Bauten in Deutschland werden nach Angaben der Technischen Universität Berlin (TU) immer besser vorbereitet. Dennoch gibt es nach Baubeginn Risiken. Die größten Schwierigkeiten seien Hindernisse im Baugrund, sagte Frank Rackwitz, TU-Geotechniker und Bauingenieur. Das könnten zum Beispiel große Gesteinsbrocken oder auch alte Fundamente sein. Auch ein Wechsel des Baugrundes, beispielsweise von Sand in eine Tonschicht, könne Probleme mit sich bringen. Die größte Gefahr seien darüber hinaus unzureichende Messungen an bestehenden Gebäuden. Solche Messungen seien sehr teuer.
In Berlin, Leipzig und Köln werden zur Zeit Tunnel für U-Bahnen oder Züge gebaut. Geht alles mit rechten Dingen zu, wird zunächst der Bauzustand aller Gebäude nahe der geplanten Röhren dokumentiert. Das macht es einfacher, später Schäden durch den Tunnelbau zu belegen. Zu den häufigsten Schäden zählen Risse in den Fassaden. Sie lassen sich beim Bau im Untergrund nicht immer vollständig vermeiden. Vor Baubeginn muss darüber hinaus der Baugrund sorgfältig erkundet und die Tunnelstrecke millimetergenau geplant werden.
In Köln sei darüber hinaus die moderne Technik des KompensationsHebungsverfahrens angewendet worden, berichtete Rackwitz. Dabei werde vor jedem Gebäude Zement in den Boden gespritzt und während der Bauarbeiten beobachtet. Wenn ein Gebäude seine Position verändere, sei es noch möglich, gegenzusteuern. Der Grenzwert für ein solches Gegensteuern, beispielsweise fünf Millimeter, werde für jedes Projekt festgelegt.
Riesige unterirdische Bohrer bahnen üblicherweise Tunnelröhren unter bebautem Gelände den Weg. Am Kopf einer solchen Schildvortriebsmaschine dreht sich ein Schneidrad. Wie ein Wurm frisst sich die Maschine vorwärts. Bei ihrem Betrieb messen zusätzlich Ultraschallwellen, ob unbekannte Hindernisse da sind. Hinter der Maschine werden sofort riesige Ringe aus Stahlbeton in die Tunnelwände eingepasst, um Einstürze zu verhindern.
Nach dem Rohbau folgen - wie nun in Köln - der Ausbau der Röhren und der Bahnhofsbau. Auch diese Arbeiten müssen mit regelmäßigen Messungen überwacht werden.
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