Die kolumbianische Guerillagruppe Farc hat eingeräumt, acht Awá-Indianer umgebracht zu haben. Sie hätten für die Armee spioniert und seien "hingerichtet" worden, teilte die Farc mit. Seit Anfang Februar sind im Süden Kolumbiens 27 Awá ermordet worden.
Das Eingeständnis, die acht Indianer getötet zu haben, löste in Kolumbien Abscheu aus. Die Nationale Indianer-Organisation Onic verurteilte das Verbrechen und forderte Aufklärung über das Schicksal zweier Awá-Frauen, eine von ihnen hochschwanger, die seit dem Zusammentreffen der insgesamt zehn Awá mit der Farc in unzugänglichem Dschungelgebiet nahe der Grenze zu Ecuador verschwunden sind.
Kolumbiens Vizepräsident Francisco Santos sagte, die Farc spreche vom Frieden und verübe dabei "Kriegsverbrechen". Auch die linke Senatorin Piedad Córdoba, die bei der Freilassung von Farc-Geiseln eine wichtige Rolle gespielt hat, sagte, das Eingeständnis des achtfachen Mordes sei "ein schwerer Schlag" für weitere humanitäre Fortschritte. Der im Internet verbreiteten Erklärung zufolge hat die Farc die acht Awá vor zwei Wochen "festgenommen". Sie hätten seit zwei Jahren "Informationen über uns gesammelt, die an die in der Gegend operierenden Militärpatrouillen weitergegeben wurden". Wegen ihrer "Verantwortung für den Tod zahlreicher Guerilleros und ihrer unabstreitbaren aktiven Beteiligung in dem Konflikt" seien sie "hingerichtet" worden. Verteidigungsminister Juan Manuel Santos zufolge wurden sie umgebracht, weil sie den Rebellen nicht die Präsenz von Militärpatrouillen gemeldet hätten.
Bereits eine Woche zuvor waren 17 Awá bei einem Massaker in Süd-Kolumbien ermordet worden, wie das UN-Flüchtlingskommissariat beklagte. Onic-Präsident Luis Evelis Andrare machte auch für diese Morde die Farc verantwortlich. Im vergangenen Jahrzehnt seien rund 300 Awá ermordet worden. Die Awá stehen - wie viele Zivilisten in Kolumbien - unter dem Druck, entweder mit der Farc oder mit dem Militär zusammenzuarbeiten. In Südkolumbien leben etwa 30 000 Awá, kleinere Gruppen bewohnen die angrenzenden Wälder Ecuadors und Brasiliens.
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