Freiburg. Knapp vier Wochen nach dem Bekanntwerden der ersten Fälle sexuellen Missbrauchs an katholischen Schulen wollen die katholischen deutschen Bischöfe geplante Gegenmaßnahmen bekannt geben.
Zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung in Freiburg zieht der Vorsitzende der Bischofskonferenz (DBK), Robert Zollitsch, Bilanz der vier Tage dauernden Beratung. Zollitsch hatte bereits zum Beginn der Tagung am Montag die Bildung einer Arbeitsgruppe ins Gespräch gebracht, die über die Vollversammlung hinaus Maßnahmen gegen sexuellen Missbrauch erarbeiten soll. Zudem soll es in der Priesterausbildung eine bessere Prävention geben.
Die 65 Bischöfe, die sich in Freiburg trafen, haben auch die Frage diskutiert, ob diözesanübergreifend unabhängige Ansprechpartner und Vertrauenspersonen für Missbrauchsopfer ernannt werden sollen. Bislang stehen für die Opfer nur Kirchenvertreter zur Verfügung. Besprochen wurde auch die Frage, ob eine Verjährung der Taten weiter sinnvoll ist. Mit der Verjährung wird Missbrauch mit der Zeit straffrei.
Grundlage der Debatte waren die im September 2002 von der Bischofskonferenz verabschiedeten Leitlinien zum Schutz vor sexuellen Übergriffen. Eine grundsätzliche Debatte um das Zölibat, das Keuschheitsgebot für Priester, lehnten die Bischöfe ab.
Die katholische Laienbewegung "Wir sind Kirche" hatte gefordert, die Kirche müsse ihre Sexuallehre und ihr Priesterbild überdenken. Sie brauche eine grundlegend andere Einstellung zur Sexualität. Diese Forderung stieß bei den Bischöfen jedoch auf taube Ohren.
Während ihrer Tagung in Freiburg hatten die Bischöfe unter anderem einen Schuldenerlass für das vom Erdbeben betroffene Haiti gefordert und Kritik am Einsatz der Bundeswehr geübt. Zudem machten sie auf die Belange älterer Menschen aufmerksam. (dpa)
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