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Konflikt: Nordkoreas Armee in Kampfbereitschaft

Nordkorea hat seine Streitkräfte in Kampfbereitschaft versetzt. Nach der Versenkung der südkoreanischen Korvette "Cheonan" unterbindet Seoul den Handel mit dem Norden. US-Außenministerin Clinton wirbt in China für UN-Sanktionen. Von Bernhard Bartsch

Wrack der Cheonan -  der Konflikt zwischen Pjöngjang und Seoul um die  zerstörte südkoreanische Korvette spitzt sich weiter zu.
Wrack der "Cheonan" - der Konflikt zwischen Pjöngjang und Seoul um die zerstörte südkoreanische Korvette spitzt sich weiter zu.
Foto: getty

In Nordkorea ist Kim Jong Ils Welt noch halbwegs in Ordnung. Am Wochenende würdigte die Staatspresse ihren "Geliebten Führer" mit einem Rührstück über seine Volksverbundenheit.

Bei einem Truppenbesuch sei Kim überraschend im Morgengrauen erschienen, weil für den Vormittag Regen vorhergesagt gewesen sei und er verhindern wollte, dass die Soldaten beim Gruppenfoto nass würden, berichtete das Zentralorgan KCNA. "Als die Offiziere und Soldaten den Grund für seine frühe Ankunft erfuhren, waren sie tief bewegt von seiner allumfassenden Fürsorge um sie."

Außerhalb des Sendebereichs von Pjöngjangs Propagandaapparat ist Kims Ansehen dagegen schlechter denn je. Als erste Strafe für die Versenkung der südkoreanischen Korvette "Cheonan" und den Tod von 46 Soldaten am 26. März kündigte Seoul am Montag an, den Handel mit dem Norden vollständig einfrieren zu wollen.

"Wir haben Nordkoreas Brutalität immer wieder ertragen. Aber diesmal liegen die Dinge anders", sagte Präsident Lee Myung Bak in einer Fernsehansprache. "Nordkorea wird einen Preis für seine Provokation zahlen müssen."

Kooperationsprojekte gestoppt

Alle Kooperationsprojekte sollen gestoppt werden, mit Ausnahme des gemeinsam betriebenen Industriegebiets Kaesong, in dem 1000 Südkoreaner und 42.000 Nordkoreaner arbeiten. Auch die humanitäre Hilfe für nordkoreanische Kinder soll weitergehen. Dagegen sollen nordkoreanische Handelsschiffe künftig nicht mehr Abkürzungen durch Südkoreas Gewässer nehmen dürfen.

Außerdem forderte Lee eine Entschuldigung und wiederholte seine Absicht, den Fall vor den UN-Sicherheitsrat bringen zu wollen. Pjöngjangs Regierung, die jede Verbindung mit dem Cheonan-Unglück abstreitet, hat angekündigt, Sanktionen als Kriegserklärung auffassen zu wollen.

Rückendeckung erhält Lee von seinem wichtigsten Bündnispartner, den USA. Einer Mitteilung des Weißen Hauses zufolge hat US-Präsident Barack Obama eine engere militärische Zusammenarbeit mit Seoul angeordnet.

Südkoreas Verteidigungsminister Kim Tae Young kündigte bereits gemeinsame Anti-U-Boot-Manöver an. Die Untersuchung des Cheonan-Untergangs war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Torpedo von einem kleinen U-Boot abgeschossen worden war.

Pjöngjang droht mit Schüssen

Außerdem will Südkorea entlang der Grenze Lautsprecher aufstellen, durch die Nordkoreas Soldaten eingeschüchtert oder zur Desertion angestiftet werden sollen. Pjöngjang reagierte prompt und drohte am Montag, auf die Lautsprecheranlagen an der Grenze zu schießen.

US-Außenministerin Hillary Clinton wirbt seit Sonntag in Peking um Zustimmung für eine neue UN-Resolution gegen Pjöngjang. "Wir haben Nordkorea aufgefordert, sein provokatives Verhalten einzustellen", sagte Clinton und bezeichnete die Lage auf der koreanischen Halbinsel als hoch prekär. "Wir müssen wieder alle zusammenarbeiten, um diese Herausforderung zu bewältigen."

Allerdings ist bisher unklar, wie Peking mit der Nordkoreafrage umgehen will. Die Volksrepublik spielt im Nordkoreakonflikt eine Schlüsselrolle, da sie die besten Beziehungen zu Pjöngjang hat. Allerdings ist sie immer wieder als politische Schutzmacht Nordkoreas aufgetreten. Peking will am Dienstag seinen Sonderbeauftragten Wu Dawei nach Seoul schicken, einen Tag, bevor auch Clinton in die südkoreanische Hauptstadt reist.

Japan lenkt bei Okinawa ein

Angesichts der Krise auf der koreanischen Halbinsel hat die japanische Regierung im Streit um einen US-Militärstützpunkt auf der südjapanischen Insel Okinawa ihre Forderung nach einer Verlegung aufgegeben. Er habe entschieden, dass derzeit einer "soliden Beziehung" zum Sicherheitspartner USA auf Basis gegenseitigen Vertrauens "größte Wichtigkeit" zukomme, sagte Regierungschef Yukio Hatoyama am Montag in Tokio. Er hatte den Menschen auf Okinawa während des Wahlkampfes Hoffnungen gemacht, dass die Helikopter-Basis Futemma aus Okinawa oder ganz aus Japan verschwinden wird. Hatoyama entschuldigte sich bei einem Besuch Okinawas für die Kehrtwende.

Die neue Planung der Regierung in Tokio sieht vor, dass die mitten in den Wohngebieten der Stadt Ginowan gelegene Helikopter-Basis an die Küste nahe der Stadt Nago verlegt wird, wo es bereits einen US-amerikanischen Stützpunkt gibt. mit dpa

Autor:  Bernhard Bartsch
Datum:  25 | 5 | 2010
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