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Politik
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24. Juni 2012

Korvetten Deutsche Marine: Atemschutz auf dem Pannenkreuzer

 Von Steffen Hebestreit
Die Korvette „Magdeburg“ vor Warnemünde  Foto: dapd

Die Pannenserie an Bord der fünf jüngsten Korvetten der Deutschen Marine setzt sich fort. Giftiges Formaldehyd soll sich in den Maschinenräumen der Schiffe entwickeln. Marinesoldaten müssen dort deshalb ständig Atemschutzmasken tragen.

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Knapp 90 Meter lang, 13 Meter breit und 26 Knoten schnell ist der neue Stolz der deutschen Marine: die Korvetten vom Typ 130. Die fünf Schiffe der „Braunschweig“-Klasse sollen sogar über Stealth-Eigenschaften verfügen: Sie sind so konzipiert, das feindlicher Radar die grauen Kolosse nur sehr schwer auf der Wasseroberfläche aufspürt. Soweit die guten Nachrichten. Die Korvetten entwickeln sich aber zu echten Pannen-Kreuzern.

Vier Jahre nach ihrer Übernahme durch die Bundeswehr ist die „Magdeburg“, das erste Schiff des Verbundes, erst seit gut zwei Wochen überhaupt einsatzbereit. Die „Braunschweig“, ihr Schwesterschiff, befindet sich weiterhin in der Testphase, drei weitere Schiffe liegen noch in der Werft – zur x-ten Überholung. Denn die Tests auf See offenbaren immer neue Schwierigkeiten. Im Maschinenraum der „Braunschweig“ sind nun alarmierende Konzentrationen von Formaldehyd gemessen worden. Wenn die Dieselmotoren der Korvette auf Hochtouren laufen, wird die Isolierung des Abgassystems so heiß, dass der Dämmstoff krebserregendes Formaldehyd absondert.

„Giftalarm“ meldete das Boulevardblatt Bild am Sonntag. Die Matrosen müssten im Maschinenraum ständig Atemschutzmasken tragen. Die Marine bestätigt zwar die Formaldehyd-Messung, beruhigt allerdings insoweit, dass die Soldaten im Maschinenraum „nicht ständig“ mit Atemschutzmasken herumlaufen müssten. Die Masken seien nur auf den Kontrollgängen entlang der Dieselmotoren zu tragen.

Der Wehrbeauftragte Hellmuth Königshaus (FDP) kündigte jetzt eine Überprüfung des Vorfalls an. Der Kieler Verteidigungspolitiker Hans-Peter Bartels (SPD), der die „Braunschweig“ gerade besucht hat, forderte das Hersteller-Konsortium auf, „die neuen Fehler schnell zu beheben“. Die fünf Schiffe kosten zusammen 1,2 Milliarden Euro.

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