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29. Januar 2013

Krieg gegen Islamisten: US-Regierung knausert bei Einsatz in Mali

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50.000 Dollar pro Flugstunde wollten die USA Frankreich in Rechnung stellen. Jetzt lenkt Washington ein.  Foto: REUTERS

Seit Anfang Januar führt Frankreich Krieg in Mali. Die USA unterstützen den Einsatz nur zögerlich - und schreiben für ihre Hilfe auch noch saftige Rechnungen.

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Seit Anfang Januar führt Frankreich Krieg in Mali. Die USA unterstützen den Einsatz nur zögerlich - und schreiben für ihre Hilfe auch noch saftige Rechnungen.

Der Pentagon hat tüchtige Finanzbuchhalter. Frankreichs Krieg in Mali war noch keine Woche alt, als Washington schon die erste Rechnung stellte. 20 Millionen Dollar verlangten die US-Streitkräfte von Paris für die Nutzung amerikanischer Transportflugzeuge vom Typ C-17. Die französische Regierung war empört - über das Prinzip und den Betrag. "50.000 Dollar pro Flugstunde!", rechnete man in Paris, schreibt die französische Zeitung Le Monde.

Auf verschlungenen Wegen wurde die Geschichte an die Washington Post durchgestochen; die bedankte sich für den Tipp mit einem Kommentar unter der Überschrift "Wie man einen Verbündeten in Mali reinlegt" (englisch). Schließlich sei es Frankreich zu danken, wenn US-Soldaten nicht selbst in Mali kämpfen müssten. Frankreich kämpfe allein, obwohl die islamistische Gefahr in der Sahel-Zone alle bedrohe.

Der Kommentar hatte die erhoffte Wirkung. Die USA sprachen von Missverständnis und rückten von ihrer Forderung ab. Aber mit weiterer Hilfe für den Mali-Feldzug zögerte die Supermacht, obwohl US-Außenministerin Hillary Clinton in einer ihrer letzten Amtshandlungen der französischen Regierung Unterstützung für deren Feldzug versprochen hatte. Vor allem die drei von Frankreich dringlich ersehnten, hochmodernen Tankflugzeuge der US-Luftwaffe ließen auf sich warten. Erst jetzt am Wochenende sagte Washington ihre Bereitstellung zu.

Hollande bleibt höflich

Was ist der Grund für die amerikanische Zögerlichkeit? Offiziell macht Washington juristische Gründe geltend. Ein Militäreinsatz zu Gunsten einer Regierung wie der malischen, die durch einen Putsch an die Macht gekommen war, sei nicht zulässig. Dieses Problem sei erst durch die Zustimmung des UN-Sicherheitsrats zur französischen Mission geheilt worden.

Überzeugender ist ein anderes Argument: Demnach teilte Obamas Regierung zwar die französische Einschätzung der Terror-Gefahr, die von den Islamisten in Nordmali ausging. Offenbar hätte Obama aber ein späteres Eingreifen bevorzugt. Zudem habe er den Anschein vermeiden wollen, die USA beteiligten sich nur allzu willig an einer Militärexpedition früherer Kolonialherren in ihrem einstigen Herrschaftsgebiet, schreibt Le Monde. Man könne auch nicht ausschließen, dass die USA ihre Ressourcen zurückhielten, um die Hände für einen etwaigen Einsatz in Syrien frei zu haben.

Natürlich war Paris verstimmt - aber Präsident Francois Hollande hielt an sich. Er pflegt eben einen ganz anderen Stil als sein Vorgänger Nicolas Sarkozy, der im März 2011 seiner Wut über den Abzug der amerikanischen Kampfflugzeuge aus Libyen in einem Telefonat mit Präsident Barack Obama ausgiebig Luft gemacht hatte. Erst am vergangenen Freitag rief Hollande den amerikanischen Präsidenten an. Es war ihr überhaupt erstes Gespräch seit Beginn des Mali-Einsatzes, und Hollande nutzte es, um den USA "für ihre bedeutenden Unterstützung" zu danken.

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