Ermutigt von internationalen Forderungen nach seiner Wiedereinsetzung hat der abgesetzte Präsident von Honduras, Manuel Zelaya, die Rückkehr in seine Heimat angekündigt. "Ich reise am Donnerstag nach Tegucigalpa", sagte Zelaya am Dienstag bei einem regionalen Krisengipfel in Nicaragua.
In der honduranischen Hauptstadt wurden bei Kämpfen zwischen Anhängern Zelayas und dem Militär mehrere Menschen verletzt. Ungeachtet der von Interimsstaatschef Roberto Micheletti verhängten Ausgangssperre gingen am Montag erneut Hunderte Anhänger Zelayas auf die Straße und forderten seine Rückkehr
"Ich kehre freiwillig zurück, unter dem Schutz des Blutes Christi, für Gott und mein Volk", sagte der Linkspolitiker Zelaya in einer Rede vor mehreren Staatschefs aus der Region. Zelaya nahm das Angebot des Präsidents der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), José Miguel Insulza, an, ihn auf der Reise zu begleiten.
Der 57-Jährige bedankte sich für die weltweite Unterstützung, die er seit seiner Absetzung durch das Militär erfahren habe. Am Dienstag wollte Zelaya nach eigenen Angaben vor der UN-Vollversammlung sprechen. Am Mittwoch werde er nach Washington reisen, kündigte der Linkspolitiker an.
Zelaya war am Sonntag nach erbittertem Streit mit der Militärführung des Landes abgesetzt und ins Exil gebracht worden. Dabei ging es um eine Verfassungsänderung, mit der sich der linksgerichtete Politiker eine zweite Amtszeit ermöglichen wollte. Das Oberste Gericht hatte das Referendum untersagt, Zelaya zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt. Nach seiner Absetzung wurde der bisherige Parlamentspräsident Roberto Micheletti zum Interimsstaatschef ernannt.
In der honduranischen Hauptstadt errichteten Demonstranten Straßensperren und zündeten Autoreifen in der Nähe des Präsidentenpalastes an, der von Soldaten umstellt war. Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, eskalierte die Situation, als mit Eisenstangen und Knüppeln bewaffnete maskierte Jugendliche die Soldaten angriffen. Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen die Demonstranten vor, die mit Steinen und Molotow-Cocktails warfen. Es fielen auch Schüsse. Unter den Verletzten seien Zivilisten, Soldaten und Polizisten, berichtete der AFP-Fotograf.
US-Präsident Barack Obama stärkte Zelaya demonstrativ den Rücken. Dieser bleibe für die USA der Präsident von Honduras, sagte Obama in Washington nach einem Treffen mit seinem kolumbianischen Kollegen Alvaro Uribe. Die Aktion, die zur Absetzung Zelayas geführt habe, sei "nicht legal" und habe einen folgenschweren Präzendenzfall geschaffen. Zelaya sei demokratisch gewählt worden und habe sein Mandat noch nicht vollendet, hob Obama hervor. US-Außenministerin Hillary Clinton forderte die "Wiederherstellung der demokratischen und verfassungsmäßigen Ordnung" in Honduras.
Zuvor hatten bereits UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, die EU sowie mehrere Organisationen der lateinamerikanischen Staaten die Wiedereinsetzung Zelayas gefordert. Die Mitglieder des lateinamerikanischen Staatenbündnisses der Bolivarischen Alternative für unser Amerika (ALBA) zogen mit Hinweis auf die "diktatorische Regierung" in Honduras ihre Botschafter aus dem zentralamerikanischen Land ab. Auch Mexiko und Chile kündigten die Abberufung ihrer Botschafter an. (afp)
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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