Rom. Ungeachtet der Kritik hält der Präsident des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Renato Raffaele Martino, an seinem Vergleich des Gazastreifens mit einem Konzentrationslager fest. "Sie können sagen, was Sie wollen, die Lage in Gaza ist schrecklich", sagte er der Tageszeitung La Repubblica zufolge. Israel und jüdische Repräsentanten hatte Martino wegen des Vergleichs Nähe zur Hamas vorgeworfen.
Die Bewohner des Gazastreifens lebten unter Bedingungen, die gegen die Menschenwürde verstoßen, sagte der langjährige Vatikanbeobachter bei den Vereinten Nationen (UN). In seinen Äußerungen sei "nichts, das als antiisraelisch interpretiert werden kann". Israel hat dem Kardinal zufolge das Recht auf Selbstverteidigung. "Aber was soll man sagen, wenn so viele Kinder getötet und Schulen der Vereinten Nationen bombardiert werden", so Martino. Dabei verfügten die Israelis über Technologien, "die es erlauben, sogar eine Ameise zu erkennen".
Der Online-Zeitung Il Sussidiario hatte der Vatikanvertreter erklärt: "Schauen wir uns die Lebensbedingungen im Gazastreifen einmal an: Das ähnelt immer mehr einem riesigen Konzentrationslager." Der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich hatte Vergleiche des israelischen Vorgehens im Gazastreifen mit dem Holocaust als "völlig verfehlt" bezeichnet. epd
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