In Japan wird Finanzminister Yoshihiko Noda Nachfolger des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Naoto Kan. Noda entschied die Stichwahl um das Amt des Vorsitzenden der regierenden Demokratischen Partei Japans am Montag für sich und setzte sich damit gegen Handelsminister Banri Kaieda durch. Der Chef der Regierungspartei wird in Japan traditionell Ministerpräsident. Noda wird am ehesten zugetraut, das schuldengeplagte Land wieder auf Kurs zu bringen.
Noda will Atomkraft reduzieren
Noda wird erwartungsgemäß an diesem Dienstag dank der Mehrheit der DPJ im maßgeblichen Unterhaus des nationalen Parlaments auch zum Nachfolger von Naoto Kan als neuer Regierungschef des Landes gewählt. Er spricht sich dafür aus, die Abhängigkeit der weltweit drittgrößten Wirtschaftsnation von der Atomkraft zu reduzieren. Noda gilt als blass, als ein Mann, der nicht aneckt und mit jedem gut kann. Von ihm ist bekannt, dass er die Idee einer „Großen Koalition“ verfolgt, wobei die Opposition dies bisher ablehnt. Der neue Premier ist auf die Zusammenarbeit angewiesen, da die Opposition das Oberhaus kontrolliert und Gesetze blockieren kann.
Japan kämpft mit den Folgen des verheerenden Bebens, Tsunami sowie der Atomkatastrophe von Fukushima. Zudem macht der starke Yen der Exportwirtschaft das Leben schwer zu schaffen. Kan war vergangene Woche zurückgetreten. Ihm war schlechtes Krisenmanagement vorgeworfen worden. Der neue Regierungschef wird der sechste innerhalb von fünf Jahren sein. (rtr, afp, dpa)
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