Havanna. Die kubanische Führung hat den Dissidenten Guillermo Fariñas gebeten, seinen Hungerstreik zu beenden. Ein hoher Funktionär habe ihn besucht, sagte der Regimekritiker, und ihm ausgerichtet, die Behörden sorgten sich um seine Gesundheit. Fariñas gehört dem Netz der "Unabhängigen Journalisten" an, die im Internet kritische Artikel über über Kubas Regierung und die Lage im Land veröffentlichen.
Fariñas, der seit dem 24. Februar keine Nahrung mehr zu sich nimmt, war vor mehr als einer Woche in ein Krankenhaus der zentralkubanischen Stadt Santa Clara gebracht worden und wird seither künstlich ernährt. Er habe aber darauf bestanden, den Streik fortzusetzen, bis seine Forderung nach einer Freilassung von 26 schwer kranken politischen Häftlingen erfüllt werde. Im Februar war der Gefangene Orlando Zapata nach 85 Tagen Hungerstreik gestorben.
Die kubanische Oppositionsgruppe "Damen in Weiß" demonstrierte am Sonntag (Ortszeit) erneut vor dem Parlament in der Hauptstadt Havanna. Gegendemonstranten störten die Kundgebung und brüllten Hochrufe auf Revolutionsführer Fidel Castro, wie Exil-Medien berichteten.
Polizei meidet Konfrontation
Die Polizei begleitete den Marsch der "Damas de Blanco", schritt aber nicht ein. Am Mittwoch hatten Sicherheitskräfte auf Oppositionelle eingeprügelt und einige von ihnen festgenommen. Seither bemüht sich die Polizei offenbar, Konfrontationen zu vermeiden.
In den "Damen in Weiß" sind Angehörige politischer Gefangener zusammengeschlossen. Sie protestieren seit 2003 sonntags in Havanna. Anlass ist die Verurteilung von 75 Intellektuellen zu Haftstrafen im März 2003. Von ihnen sind 53 noch im Gefängnis. Zum Jahrestag des sogenannten "Schwarzen Frühlings" hatten die "Damen in Weiß" eine Woche lang täglich protestiert. (dpa/epd)
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