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Kundgebungen zum 1. Mai: Keine Chance für Neonazis

Weitgehend friedlich demonstrieren mehrere tausend Menschen gegen Rechtsextremismus. In Berlin und Erfurt stoppen Demonstranten einen Aufmarsch von Neonazis.

Polizisten sichern die Marschroute einer NDP-Demonstration in Berlin.
Polizisten sichern die Marschroute einer NDP-Demonstration in Berlin.
Foto: dpa

Weitgehend friedlich haben mehrere tausend Menschen am Samstag gegen Rechtsextremismus demonstriert. In Berlin stoppten 10000 Demonstranten einen Aufmarsch von 700 Neonazis. Die Rechtsextremisten kamen nur wenige hundert Meter weit und entschlossen sich dann, so die Polizei, zur Umkehr. In Zwickau und Erfurt gingen jeweils 2000 Menschen auf die Straße. Weitere Proteste gab es in Rostock und Solingen.

Das Berliner Bündnis "1. Mai - Nazifrei" wertete das vorzeitige Ende des Nazi-Aufmarsches in der Bundeshauptstadt als Erfolg. "Unser Blockadekonzept ist voll aufgegangen", erklärte der Sprecher. An den Sitzblockaden nahmen auch Politiker wie Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) teil. Zuvor hatte die Polizei 286 Rechtsextreme festgenommen, die sich auf dem Kurfürstendamm zu versammelt hatten.

Gewerkschaften

Hauptthema der Kundgebungen zum 1. Mai war eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte. DGB-Chef Michael Sommer warf Politik und Banken vor, aus der Finanzkrise keine Konsequenzen gezogen zu haben: "Die Protagonisten von Gier und Geiz haben nichts dazu gelernt. Ohne jede Scham zocken sie weiter."

Bundesweit kamen 464 000 Menschen zu den Gewerkschaftskundgebungen. 2009 lag die Zahl der Teilnehmer bei 484 000. Laut dem DGB gab es am Samstag insgesamt 440 Veranstaltungen zum Tag der Arbeit. (afp)

In Erfurt wurde wegen mehrerer Sitzblockaden der Aufzug von etwa 450 Neonazis nach Polizeiangaben nach wenigen Hundert Metern "weitestgehend friedlich beendet". Zu gewaltfreien Protestaktionen hatten viele Organisationen und alle Landtagsfraktionen aufgerufen. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) betonte, jede Form von Extremismus und Gewalt habe "in Thüringen nichts zu suchen".

Etwa 600 Demonstranten blockierten einen NPD-Aufmarsch in Rostock. Die Route der rund 500 NPD-Anhänger wurde daraufhin aus Sicherheitsgründen geändert, wie ein Polizeisprecher sagte. In Zwickau demonstrierten rund 2000 Menschen gegen einen Aufmarsch von rund 400 Neonazis. Trotz "mehrerer friedlicher Versuche" sei es nicht gelungen, sich den Nazis in den Weg zu stellen, um den braunen Marsch zu verhindern, erklärte das Protestbündnis. Wie die Polizei mitteilte, habe Zwickau "einen weitestgehend ruhigen Verlauf des Aufzuges des NPD-Landesverbandes" erlebt. Bei einer Auseinandersetzung von NDP-Anhängern und Gegendemonstranten sei eine Person verletzt worden.

Krawall in Berlin und Hamburg

In Berlin und Hamburg kam es am Samstagabend wie erwartet zu Auseinandersetzungen zwischen Linksextremen und der Polizei. Mit Wasserwerfen stoppten die Beamten die Randalierer, gegen 2 Uhr hatte sich die Lage nach Polizeiangaben weitgehend beruhigt. In Hamburg wurden fünfzehn Polizisten und ein Feuerwehrmann verletzt, in Berlin ein Polizist. Die Hauptstadtpolizei sprach von einer insgesamt friedlicheren Stimmung. 2009 waren fast 500 Polizisten verletzt worden. (epd/dpa)

Datum:  2 | 5 | 2010
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