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Politik
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18. Juni 2008

Langzeitarbeitslose: Auf Dauer ohne Chance

 Von KATHARINA SPERBER

Langzeitarbeitslose in Jobs vermitteln - das funktioniert miserabel, stellt die Bundesagentur jetzt fest. Nur bei vier Prozent ist das gelungen. Obwohl Milliarden Euro pro Jahr dafür ausgegeben werden.

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Kommunal- und Arbeitsmarktpolitiker streiten, wer künftig die 50 Milliarden Euro verwalten soll, die jährlich für die sieben Millionen Langzeitarbeitslosen ausgegeben werden. Jetzt ist erstmals durch Zahlen belegt, dass die Hilfebedürftigen kaum etwas von der enormen Summe haben.

Im Durchschnitt konnten im ersten Halbjahr 2007 nur drei bis vier Prozent der Menschen, die auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind, einen sozialversicherungspflichtigen Job ergattern. Das ergibt eine Studie, die die Bundesagentur für Arbeit (BA) am heutigen Mittwoch vorlegen wird und die der Frankfurter Rundschau vorliegt.

"Das ist eine schlechte Nachricht", sagt Frank-Jürgen Weise. Der Chef der BA zeigt sich "unzufrieden" mit den Ergebnissen der Vermittlung. "Wir müssen alle unsere Arbeit besser machen", sagte er der Frankfurter Rundschau. Es könne nicht sein, dass wegen Organisationsstreitigkeiten Menschen, die es besonders schwer haben, nicht von der guten Konjunktur profitierten. Die "ideologischen Debatten" darüber, ob die Kommunen oder die BA ihre Hausaufgaben besser machten, hätten "nur viel Zeit gekostet und nichts gebracht". Weise plädiert für sogenannte Jobcenter, in denen BA und Kommunen zusammenarbeiten, aber auch für ihre jeweiligen Aufgaben "sichtbar verantwortlich" sein sollen.

Die Studie vergleicht erstmals die Vermittlungserfolge der verschiedenen Betreuungsformen. Die Zahlen "belegen, dass in den Arbeitsagenturen und Arbeitsgemeinschaften, die die Agenturen mit Kommunen gebildet haben, die Integration in Beschäftigung besser gelingt" als bei den Kommunen, die die Betreuung allein machen, resümiert die BA.

Auch wenn man berücksichtigen muss, dass der Arbeitsmarkt in Deutschland regional sehr unterschiedlich ist, lässt sich erkennen, dass der Landkreis Oldenburg bundesweit die besten Ergebnisse bei der Vermittlung erwerbsfähiger Hilfebedürftiger erreichen konnte, gefolgt von den Arbeitsgemeinschaften in den bayrischen Landkreisen Eichstätt und Unterallgäu. Am schlechtesten schnitten bei den Hilfebedürftigen die Arbeitsgemeinschaften in Berlin-Spandau und Neukölln sowie in Essen ab. Bei den "echten" Arbeitslosen, die jederzeit einen Job annehmen können, belegte den Spitzenplatz die Arbeitsgemeinschaft im Landkreis Unterallgäu.

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