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LBB: Illegale Kreditkarten-Käufe

Berlins Landesbank wusste seit anderthalb Jahren von einem "deutlich erhöhten" Missbrauch bei Kreditkarten. Die Polizei ermittelt weiter im Fall der Daten, die der Frankfurter Rundschau zugespielt wurden. Von Matthias Thieme

Frankfurter Rundschau vom 15. Dezember 2008.
Frankfurter Rundschau vom 15. Dezember 2008.
Foto: Thomas Plaßmann

Frankfurt. Die Berliner Landesbank LBB und der Finanzdienstleister Atos Worldline haben Kunden schon vor dem Daten-Skandal gewarnt, dass ihre Kreditkarten missbraucht wurden.

In Briefen, die der Frankfurter Rundschau vorliegen, werden betroffene Kunden benachrichtigt. Atos schreibt, dass es "zur Zeit" und "vermehrt" zu Kreditkartenmissbrauch im Internet gekommen sei. Der Atos-Brief stammt vom 4. Dezember. Ein Warnbrief der Landesbank Berlin datiert vom 26. September dieses Jahres.

LBB-Sprecher Marcus Recher sagte der FR, die Zahl von Missbrauchsfällen habe sich seit anderthalb Jahren weltweit deutlich erhöht - auch bei der LBB. Im vierten Quartal dieses Jahres gebe es eine Steigerung.

Im Fall des Daten-Paketes, das der FR am Freitag anonym zugespielt worden war, sei aber kein Missbrauch bekannt. Die LBB warte auf die Ergebnisse der Ermittlungen.

Kreditkartenbesitzer haben sich an die FR gewandt und berichten von illegalen Abbuchungen von ihren Konten. Sie wurden von der LBB oder Atos über die Unregelmäßigkeiten informiert.

Die Polizei Frankfurt schließt nicht aus, dass es mit den Zehntausenden Daten von Kreditkartenbesitzern im Internet illegale Käufe gegeben haben könnte. "Wir können das nicht ausschließen", sagte Polizeisprecher Karlheinz Wagner.

Er bestätigte FR-Berichte, wonach sich in dem Daten-Paket auch Geheimnummern (PIN) befunden haben: Anders als von der LBB zunächst dargestellt, enthielt das Paket nach Angaben der Polizei sogenannte PIN Brief-Retouren - per Post verschickte Geheimnummern, die zurückkamen.

Zur Menge der Briefumschläge machte die Polizei gegenüber der FR keine Angaben. Ein direkter Zugriff auf Konten sei nach derzeitigem Kenntnisstand nicht möglich gewesen, sagte der Polizeisprecher.

Unklar sei aber, ob die Daten für Einkäufe im Internet missbraucht wurden.

Die Polizei hat das von der FR übergebene Paket kriminaltechnisch untersucht. Ein Ergebnis der Untersuchung liegt noch nicht vor. "Wir wissen nicht, an welcher Stelle das Päckchen abhanden gekommen ist", sagte der Polizeisprecher. Die Polizei suche den Kurier, der die Daten üblicherweise von Frankfurt nach Berlin fahre.

Autor:  MATTHIAS THIEME
Datum:  14 | 12 | 2008
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