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10. Januar 2013

Lebensmittel: Keime auf dem Mettwurstbrötchen

 Von Stefan Sauer
In der Tierhaltung wird massenhafte Antibiotika eingesetzt. Foto: dpa

Das verdirbt vielen den Appetit: Auf jedem sechsten Mettwurstbrötchen gedeihen antibiotikaresistente Erreger.

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Schweinemett ist als Brotbelag beliebt – und in vielen Fällen höchst bedenklich. In einer von den Grünen durchgeführten Stichprobe wurden in jedem sechsten Schweinemett-Produkt Krankheitserreger festgestellt, die gegen Antibiotika unempfindlich und daher besonders gefährlich sind.

Experten schätzen, dass in Deutschland bis zu 30.000 Menschen pro Jahr sterben, weil Antibiotika gegen die Infektion nichts ausrichten können. Betroffen sind vor allem Kinder, alte Menschen und chronisch Kranke.

Massenhafter Antibiotika-Einsatz

Ursache für das besorgniserregende Auftreten resistenter Keime ist nach Ansicht der Grünen der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. Grünen-Vize Bärbel Höhn forderte die Bundesregierung zum Handeln auf. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) müsse gesetzlich dafür sorgen, den Antibiotika-Einsatz auf ein Mindestmaß zu beschränken. Zudem seien Schweinemett-Produkte regelmäßig zu untersuchen. Geltende Bestimmungen reichten nicht aus.

Die Grünen hatten in Berlin, Erfurt, Essen, Frankfurt a.M., Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München und Osnabrück jeweils fünf Mettwurst-Sorten und Mettbrötchen in Bäckereien, Discountern und Supermärkten gekauft und in einem Labor auf resistente Keime untersuchen lassen. Acht der 50 Proben zeigten Belastungen. Besonders negativ war das Ergebnis in Köln, wo gleich zwei Produkte resistente Erreger aufwiesen: eine „Pikante Zwiebelmettwurst“ von Penny und „Schinken-Zwiebel-Mettwurst“ von Rewe. Auch in Leipzig, Osnabrück, München , Hamburg und Essen wurden Keime in Produkten von Rewe, Penny, Lidl und Tengelmann nachgewiesen.

Friedrich Ostendorf, grüner Obmann im Bundestagsausschuss für Verbraucherschutz, spricht mit Blick auf die Ergebnisse von einer „tickenden Bombe“. Das scheint nicht übertrieben. Wie gefährlich die Erreger sind, belegen schließlich rund 15.000 Todesfälle, die jedes Jahr in deutschen Kliniken auf das Konto von Keimen gehen, gegen die kein pharmazeutisches Kraut mehr gewachsen ist. Dabei spielten Antibiotika-Gaben in der Massentierhaltung die zentrale Rolle: „Mastställe sind ein riesiges Trainingsgebiet für Keime, um Resistenzen gegen Antibiotika zu entwickeln.“

Antibiotika in der Landwirtschaft, Informationen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV)

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