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Libyen: Gaddafis Leiche soll an Familie übergeben werden

Laut eines Sprechers des libyschen Übergangsrates könnte der Leichnam von Muammar al-Gaddafi bald an seine Familie übergeben werden. Der Bundesnachrichtendienst dementiert indes einen Medienbericht, wonach Gaddafi unter deutscher Mithilfe aufgespürt worden sei.

Vor seiner Festnahme soll sich Muammar Gaddafi in dieser Betonröhre versteckt haben.
Vor seiner Festnahme soll sich Muammar Gaddafi in dieser Betonröhre versteckt haben.
Foto: REUTERS

Der Leichnam des libyschen Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi könnte bald an dessen Angehörige übergeben werden. „Seine Familie kann entscheiden, wo und wann sie ihn begraben will“, sagte Ahmed Dschibril, ein Sprecher des Nationalrats, am Samstagabend in Tripolis einem Reporter der BBC. Die Übergabe werde „sehr bald“ erfolgen, fügte er hinzu, ohne einen konkreten Zeitpunkt zu nennen.

Vertreter des Gaddafa-Stammes hatten bereits Stunden zuvor die Aushändigung der Leichname Gaddafis und seines ebenfalls getöteten Sohnes Mutassim gefordert. Beide waren am letzten Donnerstag in Sirte unter noch nicht geklärten Umständen getötet worden.

Die beiden Leichname waren anschließend nach Misrata gebracht worden, wo sie zuerst obduziert und dann für die Bevölkerung zur Schau gestellt worden waren. Dschibril sagte am Samstag, die Umstände der Tötung Gaddafis, die er als „unglücklich“ bezeichnete, würden vom Übergangsrat noch geprüft.

Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass der Ex-Diktator und sein Sohn, der die Leibwache kommandierte, von Milizionären des Übergangsrates nach ihrer Gefangennahme willkürlich erschossen wurden.

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Spiegel: BND kannte Aufenthaltsort Gaddafis

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat einen Medienbericht dementiert, wonach der frühere libysche Machthaber Muammar el Gaddafi offenbar mit deutscher Hilfe aufgespürt worden sei. Der BND habe „nicht gewusst“, dass sich Gaddafi an dem betreffenden Tag in Sirte aufgehalten habe, sagte BND-Sprecher Dieter Arndt der Nachrichtenagentur AFP in Berlin am Samstagabend.

Der BND sei selbst „überrascht über den Auffindeort“ Gaddafis gewesen, fügte Arndt hinzu. Daher seien auch die Schlussfolgerungen, die das Nachrichtenmagazin aus seinem Bericht ziehe, falsch.

„Der Spiegel“ hatte am Samstag vorab aus seiner neuen Ausgabe gemeldet, dem Bundesnachrichtendienst (BND) sei schon seit Wochen der genaue Aufenthaltsort Gaddafis in dessen Heimatstadt Sirte bekannt gewesen. Der BND verfüge traditionell über ein dichtes Quellennetz im Nahen Osten und habe genau gewusst, wo sich Gaddafi vor den Rebellen versteckt hielt, hieß es weiter.

Aus Sicherheitskreisen hieß es laut dem Bericht jedoch, es seien keine Geo-Daten mitgeteilt worden, die zu einem gezielten Angriff auf Gaddafi hätten führen können. Den NATO-Partnern dürfte aber laut „Spiegel“ trotzdem klar gewesen sein, wo Gaddafi sich aufgehalten hatte. Als der Ex-Machthaber schließlich am vergangenen Donnerstag versuchte, aus Sirte zu flüchten, beschossen NATO-Kampfflugzeuge seinen Konvoi.

Auch im Irak-Krieg 2003 hatten deutsche Geheimdienstagenten die USA mit Informationen aus Bagdad versorgt. Als die NATO nach Beginn der Aufstände in Libyen im März begann, Luftschläge gegen Gaddafis Truppen vorzubereiten, enthielten sich die Deutschen im UN-Sicherheitsrat der Stimme. Der „Spiegel“ berichtete nun, ein etwaiger BND-Handel mit Informationen über den monatelang gesuchten Ex-Machthaber könnte geeignet sein, politischen Schaden wiedergutzumachen. (afp/dpa/rtr)

Datum:  22 | 10 | 2011
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