Der abgesetzte honduranische Präsident Manuel Zelaya ist kurzzeitig wieder auf heimischen Boden zurückgekehrt. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, passierte Zelaya am Freitag zu Fuß die Grenze zwischen Nicaragua und Honduras, kehrte aber kurz darauf auf nicaraguanischen Boden zurück.
Die honduranische Polizei hatte zuvor erklärt, sie habe einen "strategischen Plan" für die Festnahme Zelayas, sobald dieser über die Landesgrenze komme. Die Interimsregierung verhängte eine Ausgangssperre in den Gebieten an der Grenze zu Nicaragua, damit Zelayas Anhänger nicht zu den Grenzübergängen gelangen. Tausende von ihnen hatten sich bereits auf den Weg an die Grenze zu Nicaragua gemacht.
Zelayas begleitender Konvoi war nach Angaben aus dem Gefolge Zelayas zuvor knapp vor der Grenze gestoppt worden. Es ist der zweite Versuch Zelayas, in seine Heimat zurückzukehren.
Zelaya brach in einem Jeep von der Hauptstadt Managua auf. In seinem Fahrzeug saß auch Venezuelas Außenminister Nicolas Maduro. Begleitet wird Zelaya zudem von Edén Pastora, einem Helden der Sandinistischen Revolution. Insgesamt bilden knapp 50 Autos die Zelaya-Kolonne. "Ich komme ohne Waffen, mit der weißen Flagge und habe mir die Versöhnung des honduranischen Volkes auf die Fahnen geschrieben", betonte Zelaya.
Die Putschregierung in Tegucigalpa unter Parlamentspräsident Roberto Micheletti warnte den Staatschef erneut vor einer Rückkehr und machte deutlich, dass er sofort festgenommen werde, sollte er auch nur einen Fuß auf honduranischen Boden setzen. Zudem verhängten die Putschisten eine nächtliche Ausgangssperre von 18 bis sechs Uhr für die Grenzregionen und postierten Sicherheitskräfte an den Übergängen. Außerdem hinderten sie Anhänger Zelayas, an die Grenze zu kommen.
Die USA und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) warnten Zelaya eindringlich vor dem Grenzübertritt. OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza, rief den entmachteten Staatschef auf, ein "Blutvergießen zu vermeiden". Die Rückkehr sei verfrüht, da Micheletti noch immer über den jüngsten Vorschlag zur Beilegung der Krise von Vermittler Óscar Arias berate.
Der Plan, den der Präsident Costa Ricas vorlegte, war für die Delegation von Zelaya unakzeptabel, da er stärker die Position der Putschisten berücksichtigt. So sieht er zwar die Rückkehr vor, aber zugleich solle eine Kommission eingesetzt werden, die über die Einhaltung des Vermittlungsplans wacht. Dieser sähe weiter die Schaffung einer Einheitsregierung vor, den Verzicht Zelayas darauf, die Verfassung zu ändern, sowie vorgezogene Wahlen am 25. Oktober. Zelaya hatte diesen Plan abgelehnt. (mit afp)
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