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27. Januar 2013

Mali-Einsatz: Französische Truppen stehen vor Timbuktu

Ausgebranntes Motorrad in Konna, Mali. Foto: AP

Französische Truppen rücken weiter in Mali vor, die USA verstärken ihre Unterstützung für die Franzosen. Auch Deutschland soll einem Bericht zufolge Truppen ausrüsten.

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Französische Truppen rücken weiter in Mali vor, die USA verstärken ihre Unterstützung für die Franzosen. Auch Deutschland soll einem Bericht zufolge Truppen ausrüsten.

Französische und malische Streitkräfte sind Kreisen zufolge bis Timbuktu vorgerückt. Die Soldaten befänden sich an der Stadtgrenze, sagte ein malischer Militärangehöriger am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Bisher hätten die Islamisten keine Gegenwehr geleistet. Die von Franzosen angeführte Offensive macht schnelle Fortschritte. Erst am Samstag nahmen die Truppen mit Gao die größte Stadt im bisher von islamistischen Rebellen kontrollierten Norden ein. Die USA und Europa unterstützen die von den Vereinten Nationen genehmigte Militäraktion in Mali.

Neben finanzieller Hilfen schickt Deutschland nun einem „Spiegel“-Bericht zufolge Ausrüstung wie Lastwagen und Uniformen nach Mali. An Waffenlieferungen sei derzeit aber nicht gedacht, da die afrikanischen Soldaten nicht entsprechend ausgebildet seien. Die USA verstärken ebenfalls ihre Unterstützung der französischen Truppen in Mali. Amerikanische Tankflugzeuge werden demnach französische Kampfflieger mit Treibstoff beliefern. Bislang hatte sich das US-Engagement darauf beschränkt, Frankreich mit Geheimdienstinformationen zu versorgen und eine französische Schützenpanzereinheit nach Mali zu fliegen.

Den Kreisen zufolge erarbeiten die malischen und französischen Truppen derzeit eine Strategie, wie Timbuktu eingenommen werden soll. Dies dürfte sich schwierig gestalten. Die Stadt ist ein Labyrinth aus antiken Moscheen, Monumenten und Lehmziegel-Häusern. Im vergangenen Jahr hatten die Islamisten eine Großteil der zum Weltkulturerbe gehörenden antiken Mausoleen zerstört. Nach Darstellung von Historikern traf dies wichtige Stätten, die zur Geschichte des Islams in Afrika gehören. Die Zerstörung löste weltweite Proteste aus.

Allein am Freitag und Samstag flogen die Franzosen 30 Luftangriffe in der Nähe von Gao und der Oasenstadt Timbuktu. Französischen Militärangaben zufolge kamen bei der Einnahme von Gao geschätzt ein Dutzend Islamisten ums Leben, während es auf Seiten der malischen und französischen Streitkräfte keine Toten gab. Innerhalb der Stadt seien die Soldaten beschossen worden, sagte der französische Militärsprecher Thierry Burkhard. Eine wichtige Brücke über den Fluss Niger und der Flughafen seien unbeschädigt geblieben.

Am Sonntag begannen die zweitägigen Beratungen der afrikanischen Staats- und Regierungschefs in Addis Abeba über ihren Einsatz in Mali. Dieser soll größer als zunächst angekündigt ausfallen. Nationalen Verteidigungsministern zufolge wollen sie insgesamt 7700 Soldaten bereitstellen. Bisher waren 5700 zugesagt worden. Allerdings gibt es noch viele offene Fragen bezüglich der Finanzierung, dem Transport und der Ausrüstung der Truppen. Die ersten Truppen sollen so schnell wie möglich eingeflogen werden.
Seit zwei Wochen dauert der Einsatz der französischen Truppen an der Seite von einheimischen Soldaten an. Seither gab es umfangreiche Geländegewinne gegen die Islamisten, die den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht haben. (rtr)

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