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23. Dezember 2012

Mali: Islamisten wüten in Timbuktu

Islamisten in Mali.  Foto: AFP

Al-Kaida-Extremisten haben damit begonnen, alle islamischen Heiligtümer im nordmalischen Timbuktu, einem UN-Weltkulturerbe, zu zerstören. Die Schändungen sind offenbar eine Reaktion auf die UN-Resolution, Friedenstruppen nach Mali zu entsenden.

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Die im Norden von Mali herrschenden Islamisten haben begonnen, in Timbuktu die noch verbliebenen Mausoleen islamischer Heiliger zu zerstören. „In Timbuktu wird kein einziges Mausoleum mehr bleiben, Allah mag das nicht“, sagte Abu Dardar, ein Anführer der militanten Islamistengruppe Ansar Dine, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Versteckte Mausoleen würden aufgespürt und zerstört.


 Foto: dpa-infografik

Mohammed Alful, ein Vertreter der Extremistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI), die mit Ansar Dine im Norden Malis herrscht, verteidigte das Vorgehen damit, dass der Mensch nur Allah anbeten und keine Heiligen verehren dürfe. Bereits im Juli und im Oktober hatten die Islamisten zahlreiche Mausoleen zerstört.

Einwohner der Stadt, die von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft wurde, bestätigten die Angaben. Die Islamisten gingen mit Hacken auf die Grabstätten los, sagte ein Augenzeuge. Ein anderer Bewohner berichtete, hinter einem Haus in der Nähe der großen Moschee von Timbuktu hätten Männer ein Mausoleum zerstört und dabei „Allah ist groß“ gerufen. Die Mausoleen von Timbuktu, die auch „Stadt der 333 Heiligen“ genannt wird, wurden nicht nur auf Friedhöfen und in Moscheen, sondern auch in kleinen Gassen und Privathäusern errichtet.

Kampfeinsatz erst im September

Die Zerstörungsaktionen dürften eine Reaktion auf den Beschluss des UN-Sicherheitsrats sein, der am Donnerstag einem Militäreinsatz in dem westafrikanischen Land einstimmig zugestimmt hatte. In den kommenden Monaten ist aber kein Vorgehen gegen die islamistischen Rebellen im Norden Malis zu erwarten, denn die beschlossene Resolution stellt mehrere Hürden für eine endgültige Zustimmung auf. Mit dem Beginn des Kampfeinsatzes ist laut Diplomaten nicht vor September 2013 zu rechnen.

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Die malische Regierung war im März durch einen Militärputsch gestürzt worden. Tuareg-Rebellen brachten daraufhin gemeinsam mit Islamisten den Norden des Landes unter ihre Kontrolle. Anschließend vertrieben die Islamisten die Tuareg-Rebellen jedoch aus den wichtigsten Städten und riefen die Scharia aus. Das islamische Recht fand bereits in drakonischen Strafen wie Peitschenhieben für unverheiratete Paare und dem Handabhacken bei Dieben Anwendung. (AFP)

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