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25. Januar 2013

Mali-Konflikt: Mali: Regierungstruppen rücken weiter vor

Französische Soldaten auf Patrouille in Mali.Foto: AP

Malische Regierungstruppen rücken weiter in den von Islamisten besetzten Norden des Landes vor und erobern die Stadt Hambori. Unterdessen beruft die Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) ein Krisentreffen ein - und verlegt die ersten Soldaten nach Mali.

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Malische Regierungstruppen rücken weiter in den von Islamisten besetzten Norden des Landes vor und erobern die Stadt Hambori. Unterdessen beruft die Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) ein Krisentreffen ein - und verlegt die ersten Soldaten nach Mali.

Malische und französische Truppen haben bei ihrem Vorrücken in Richtung Norden die Stadt Hombori erobert. Die Regierungstruppen hätten den rund 160 Kilometer südlich der strategischen Stadt Gao liegenden Ort bereits am Donnerstag von Islamisten befreit, sagte Armeesprecher Diarran Kone am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. Die Offensive war mit französischen Luftangriffen vorbereitet worden. Fast zwei Wochen lang haben Kampfflugzeuge Stellungen der Islamisten sowie deren Fahrzeuge und Lager bombardiert.

„Wir sind in Hombori und wir werden weiter voranmarschieren“, erklärte der Oberst. Aber von einem Sieg könne erst dann die Rede sein, wenn alle Menschen in Mali wieder frei seien. Diarran hatte vor wenigen Tagen betont, dass die Truppen bei ihrer Offensive in Richtung Nord-Mali jede Woche 100 Kilometer vorrücken wollten.

Krisentreffen der ECOWAS

An dem Einsatz gegen die Islamisten, die den gesamten Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht haben, sollen sich auch Soldaten aus anderen Staaten der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas beteiligen. Die ersten von ihnen - 160 Soldaten aus Burkina Faso - wurden am Donnerstag in die zentralmalische Stadt Markala verlegt. Frankreich hat rund 2150 Soldaten in dem Einsatzgebiet.

Die Generalstabschefs der westafrikanischen Staaten sind für Samstag zu einem Krisentreffen zu Mali einberufen worden. Bei dem Treffen in der ivorischen Wirtschaftsmetropole Abidjan solle der Einsatz der Internationalen Unterstützungsmission für Mali (MISMA) gegen die islamistischen Milizen im Norden des Landes besprochen werden, teilte die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) am Freitag mit. An dem Treffen sollten auch die Polizeichefs der 15 Mitgliedsstaaten teilnehmen.

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Die ECOWAS hat die Entsendung einer Eingreiftruppe von 3300 Soldaten beschlossen, um die malische Armee im Kampf gegen die Islamisten zu unterstützen, die seit April weite Teile des Nordens kontrollieren. Ihre Mitgliedsstaaten sagten bereits die Bereitsstellung von bis zu 3800 Soldaten zu, doch kommt der Einsatz in Mali nur langsam voran. Vor allem die Frage der Finanzierung ist weiterhin nicht geklärt. Der Tschad, der nicht Mitglied der ECOWAS ist, hat ebenfalls die Entsendung von 2000 Soldaten zugesagt.

Gipfeltreffen der Afrikanischen Union

Die Militäroffensive gegen Islamisten in Mali steht auch am Sonntag und Montag im Mittelpunkt des 20. Gipfeltreffens der Afrikanischen Union (AU). In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs des Kontinents erwartet.

Darunter sind der südafrikanische Präsident Jacob Zuma und die liberianische Staatschefin und Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson-Sirleaf. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will an den Krisengesprächen teilnehmen.

Es handelt sich um eine Art „Jubiläumsgipfel“, da sich die Gründung der „Organisation der Afrikanischen Einheit“ (seit 2002: Afrikanische Union) in diesem Jahr zum 50. Mal jährt. Im Mai ist aus diesem Anlass eine große Feier geplant.

Der Gipfel steht unter dem Thema „Panafrikanismus und afrikanische Renaissance“. Jedoch glauben Beobachter, dass sich der Großteil der Treffen auf die Lage in Mali und den seit Monaten geplanten afrikanischen Militäreinsatz AFISMA konzentrieren werden, dessen Finanzierung noch nicht gesichert ist.

Am Dienstag wird eine Geberkonferenz im AU-Hauptsitz stattfinden, bei der die nötigen Mittel aufgebracht werden sollen. Daran wollen neben Spitzenpolitikern aus Afrika auch Vertreter aus über 50 weiteren Ländern sowie der Vereinten Nationen und anderer wichtiger Organisationen teilnehmen.

Schätzungen zufolge werden mehrere Hundert Millionen Dollar für den Einsatz „African-led International Support Mission in Mali“ AFISMA benötigt. Die bis zu 3500 Mann starke Truppe wird unter anderem von Nigeria, Niger, Burkina Faso und Togo gestellt.

Weitere „heiße Eisen“ beim AU-Gipfel sind die Rebellenhochburgen Kongo und Zentralafrikanische Republik sowie die ins Stocken geratenen Friedensverhandlungen des Sudans mit dem 2011 unabhängig gewordenen Südsudan. Bereits vor Konferenzbeginn wollten sich die Präsidenten beider Länder - Omar al-Baschir und Salva Kiir - in Addis Abeba treffen. Vor allem die genaue Grenzziehung zwischen beiden Staaten ist weiter unklar. (dpa/rtr/afp)

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