Lima. Ein Gericht in Lima hat den früheren peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori wegen zahlreicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Bei der Urteilsverkündung sagte Richter César San Martín am Dienstag, die Fujimori zur Last gelegten Vergehen seien bewiesen. Der 70-jährige Ex-Präsident sei "indirekter Urheber" heimtückischer Morde und Entführungen sowie von Körperverletzung. Fujimori kündigte Einspruch beim Obersten Gericht des südamerikanischen Landes an.
Menschenrechtsorganisationen hoben unmittelbar nach Bekanntwerden des Urteils dessen Bedeutung auf internationaler Ebene hervor. Es sei zum ersten Mal überhaupt ein demokratisch gewählter Präsident in einem vollkommen transparenten Verfahren wegen Beteiligung an Menschenrechtsverletzungen verurteilt worden, sagte José Miguel Vivanco von Human Rights Watch. In einem anderen Verfahren ist Fujimori vergangenes Jahr zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Zudem werden noch Verfahren gegen ihn wegen Korruption vorbereitet.
Fujimori (70), der noch in der vergangenen Woche alle Vorwürfe zurückgewiesen hatte, verfolgte die Urteilsverkündung äußerlich gelassen. Vor dem von starken Sicherheitskräften geschützten Gerichtsgebäude, einer Polizeikaserne, kam es zu Rangeleien zwischen Anhängern des Angeklagten und seinen Gegnern. Die Anhänger, einschließlich seiner Tochter Kaiko Fujimori, hatten für den Fall einer Verurteilung mit Straßenprotesten gedroht.
Der frühere Präsident stand wegen zweier Massaker in den Jahren 1991 und 1992 mit insgesamt 25 Toten und zwei Entführungsfällen vor Gericht. Diese waren von der Gruppe Colina, einer Spezialeinheit des Geheimdienstes, verübt worden. Fujimori sei "indirekter Urheber", weil er an der Spitze des Machtapparates gestanden habe, ohne den die Taten nicht begangen worden wären, hieß es. Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb eine 30-jährige Haftstrafe gefordert.
Fujimori regierte Peru von 1990 bis 2000. Als er im Jahre 2000 wegen zahlreicher Korruptionsaffären und Wahlbetrugs innenpolitisch unter Druck geraten war, erklärte er während einer Auslandsreise seinen Rücktritt erklärt. In Japan, der Heimat seiner Vorfahren, war er wegen seiner japanischen Staatsbürgerschaft vor einer Auslieferung an Peru sicher. 2005 reiste er jedoch nach Chile, wo er festgenommen und später an Peru ausgeliefert wurde. (dpa)
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