München/Berlin. Der republikanische Gegenkandidat von Barack Obama für das Amt des US-Präsidenten, John McCain, hat die Außenpolitik des Präsidenten als prinzipien- und erfolglos bezeichnet. Amerika sende "das gefährliche Signal an Freund und Feind aus, dass es schwankt und zaudert, sagte der Senator in einem Gespräch mit mehreren Medien, darunter die "Süddeutsche Zeitung" (München) und der "Tagesspiegel" (Berlin).
McCain wirft Obama vor, in Afghanistan zu zögerlich vorzugehen. Er fordert den Präsidenten dazu auf, mehr Soldaten an den Hindukusch zu schicken. Gegenüber China und Russland müsse Obama auf die Einhaltung der Menschenrechte zu pochen.
Die Debatte über die Truppenkontingente in Afghanistan verunsichere die US-Soldaten. Die Lage verschlechtere sich, mehr Soldaten ließen ihr Leben. "Diesen Trend müssen wir brechen. Oder rausgehen", sagte Mc Cain in dem Interview. Die Strategie von Obamas Vorgänger George W. Bush im Irak, mit einer Truppenaufstockung zum Erfolg zu kommen, habe funktioniert. "Das kann und wird auch in Afghanistan funktionieren", sagte McCain.
Die Nato-Verteidigungsminister hätten bereits ihre Unterstützung für die neue Strategie in Afghanistan erklärt. "Und wir reden bereits mit unseren Verbündeten über ihre Beiträge." Diese seien zahlenmäßig nicht groß. "Aber sie sind ein wichtiges Signal der Unterstützung", sagte der 73-Jährige.
Auch im Umgang mit dem Verbündeten Israel sei Obamas Strategie nicht erfolgreich, kritisierte McCain weiter. "Da verlangen wir zunächst von den Israelis einen totalen Siedlungsstopp. Dann weigern sich die Israelis - und wir sagen: "Ach, ihr müsst doch nicht alle Siedlungen einfrieren."" Das Ergebnis sei, dass der Friedensprozess in einer Sackgasse stecke.
Lob kam von McCain für Obamas Charisma. "Er kann begeistern." Obama habe eine Botschaft an die Welt gesandt, dass Amerika kooperieren will. "Ich bewundere diese Begabung", sagte der unterlegene Widersacher des heutigen Präsidenten im Wahlkampf 2008. (dpa)
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