Washington/Mogadischu. US-Militärs wollen nach einem Bericht der "New York Times" somalischen Truppen bei ihrer bevorstehenden Offensive gegen radikalislamische Milizen in Mogadischu helfen. Dies könnte durch amerikanische Lufteinsätze und durch verdeckte Operationen von Spezialeinheiten in dem ostafrikanischen Land geschehen, schrieb das Blatt am Samstag. Die Offensive auf die Hauptstadt solle in den nächsten Wochen beginnen.
In Mogadischu kam es in den vergangenen Monaten zu heftigen Gefechten zwischen Regierungstruppen und radikalislamischen Milizen. Tausende Menschen flohen aus der somalischen Hauptstadt. Nach der Ankündigung der Regierung, sie wolle die Islamisten in einer Großoffensive bekämpfen, zog auch die radikalislamische Al-Shabaab- Miliz hunderte Kämpfer aus dem von ihr kontrollierten Süden Somalias in Mogadischu zusammen. Die Übergangsregierung des gemäßigten Islamisten Sheik Sharif Ahmed hatte die internationale Gemeinschaft wiederholt um mehr Unterstützung im Kampf gegen die Milizen und um die Entsendung von UN-Friedenstruppen gebeten.
Die USA seien besorgt, dass Somalia immer mehr zu einem Rückzugsgebiet für El-Kaida-Terroristen werde, hieß es in dem Zeitungsbericht. Vor allem die immer engeren Verbindungen zwischen Somalia und dem Jemen würden in Washington mit Sorge betrachtet. Die USA gehen davon aus, dass sich mehrere hochrangige El-Kaida-Kämpfer in Somalia verstecken, hieß es.
Al-Shabaab hatte vor wenigen Wochen angekündigt, sich für den "globalen Dschihad" dem Kommando von El Kaida unterstellen zu wollen. Schon zuvor waren somalische Kämpfer in Afghanistan ausgebildet worden. Zudem setzte die somalische Miliz in den vergangenen Monaten zunehmend Kämpfer aus dem Ausland ein, darunter auch ethnische Somalier aus den USA und Großbritannien.
In Somalia ist die staatliche Ordnung seit dem Sturz von Diktator Siad Barre 1991 faktisch zusammengebrochen, in weiten Teilen herrschen Anarchie und Bürgerkrieg. Wie die "New York Times" weiter berichtete, sind US-Militärberater bereits in der Ausbildung somalischer Soldaten engagiert, die an der Offensive teilnehmen sollen. Ein möglicher Einsatz amerikanischer Bodentruppen würde sich aber auf verdeckte Kurzeinsätze von Spezialeinheiten beschränken, die danach sofort wieder das Land verlassen.
1994 waren mehrere US-Soldaten in Mogadischu von islamischen Rebellen getötet und ihre Leichen durch die Stadt gezogen worden. Seitdem lehnten die USA den Einsatz von Bodentruppen in Somalia ab. Bei US-Luftangriffen wurden in den vergangenen Jahren wiederholt hochrangige El-Kaida- oder Al-Shabaab-Kommandeure getötet. (dpa)
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
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