Brüssel. Organspenden in Europa sollen sicherer werden: Die Ständigen Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten stimmten gestern einem Gesetzesentwurf zu, den Vertreter des Parlaments und der spanischen Ratspräsidentschaft in der vergangenen Woche ausformuliert hatten. Er soll die Qualität von Organspenden in der EU regeln. Das Ja von Parlament und Mitgliedsstaaten gilt als sicher.
Patienten sollen künftig davor geschützt sein, Organe zu empfangen, die mit Viren wie HIV und Hepatitis oder Krebszellen infiziert sind. Das ist für deutsche Patienten relevant, da Organe im Eurotransplant-Verbund auch aus dem Ausland geliefert werden. Dem Zusammenschluss gehören neben Deutschland die Beneluxländer, Österreich, Slowenien und Kroatien an. Spenden müssen laut neuer Richtlinie freiwillig und unentgeltlich erfolgen. Das habe auch "mit Qualität und Sicherheit von Organen zu tun", betont der deutsche CDU-Europaabgeordnete Peter Liese. "Wenn hohe Geldbeträge im Spiel sind, werden Risiken oft ausgeblendet."
Einheitliche Transplantationsregeln für die Kliniken kann die EU nicht verordnen. Das Parlament wird deshalb auch über unverbindliche Empfehlungen der Kommission abstimmen. Sie sehen vor, dass Transplantationskoordinatoren in den Hospitälern bei der Vorbereitung von Organ-Verpflanzungen helfen. "Ärzte haben oft zu wenig Zeit, sich um die Organspende zu kümmern", so Peter Liese. Viele Organe gingen verloren, obwohl die Patienten einer Spende zugestimmt hätten. Spanien liege dank Koordinatoren mit 34,2 Transplantationen pro Million Einwohner europaweit vorn, Deutschland mit nur 14,6 im unteren Mittelfeld.
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