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Merkel hilft Sarkozy im Wahlkampf: Kraft will Hollande im Wahlkampf unterstützen

Nach dem umstrittenen Fernsehinterview der Parteifreunde Merkel und Sarkozy will sich die SPD ebenfalls in den französischen Wahlkampf einmischen: mit einer Unterstützung des sozialistischen Kandidaten.

Will Hollande unterstützen: Hannelore Kraft.
Will Hollande unterstützen: Hannelore Kraft.
Foto: dpa

Wenn Kanzlerin Angela Merkel ihren Parteifreund Nicolas Sarkozy unterstützt, warum sollte die SPD das nicht mit dem Kandidaten der französischen Sozialisten tun? Denkt sich Hannelore Kraft, Vize-Vorsitzende der SPD, und kündigt eine Unterstützung des Präsidentschaftskandidanten der sozialistischen Partei, Francois Hollande, an.

"Die SPD wird natürlich auch die französischen Sozialisten vor Ort im Wahlkampf unterstützen", sagte Kraft, die auch nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin ist, der Zeitung Rheinische Post. Eine gegenseitige Unterstützung der befreundeten Parteien, auch über Landesgrenzen hinweg, sei geradezu "eine Selbstverständlichkeit". Merkel hat das ja vorgemacht.

Hollande in Umfragen vor Sarkozy

Dass Amtsinhaber Nicolas Sarkozy zuvor die Arbeitsmarktreformen von Ex-SPD-Kanzler Gerhard Schröder zum Vorbild erklärte habe, freue sie und die SPD, sagte Kraft.

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Merkels Schulterschluss mit Sarkozy könne aber auch nach hinten losgehen, mutmaßt Kraft. Schließlich liegt Hollande seit Monaten in den Sonntagsfragen mit den Umfragewerten an der Spitze. Sarkozy hingegen büßt an Unterstützung ein - gerade bei den Arbeitern, die ihn 2007 noch gewählt hatten. Merkels Wahlkampfhilfe für Sarkozy werde eher den Sozialisten helfen

Trittin kritisiert Merkel

Jürgen Trittin, Chef der Grünen-Bundestagsfraktion, kann sich hingegen nicht mit der Merkels Wahlkampfhilfe anfreunden. "Eine deutsche Regierungschefin, die für einen Präsidenten in den Wahlkampf zieht, der mit dem Rücken zur Wand steht, schadet den deutsch-französischen Beziehungen", sagte er der Zeitung Ruhr Nachrichten. Die Einmischung belaste die deutsch-französischen Beziehungen.

"Wenn Frau Merkel ein Interview mit Sarkozy gibt, seinem demokratischen Mitbewerber ein Treffen verweigert, verletzt sie die für eine Bundeskanzlerin gebotene Neutralität", empört sich Trittin. Das belaste die deutsch-französischen Beziehungen.

Gabriel nennt Merkels Fernsehauftritt peinlich

Der SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisiert ebenfalls den Fernsehauftritt von Merkel und Sarkozy. Es sei zu offensichtlich gewesen, dass weder Merkel noch Sarkozy Antworten auf die drängenden Fragen in Europa hätten, schreibt Gabriel auf Facebook. Er habe den Auftritt als "peinlich" gefunden.

Merkel hatte am Montag bei einem gemeinsamen Fernseh-Interview mit dem französischen Präsidenten ihre Unterstützung für Sarkozy verteidigt. (fle/afp/dpa)

Datum:  7 | 2 | 2012
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