Dresden/München. Der tödliche Messerangriff auf eine Ägypterin im Dresdner Landgericht sorgt weiter für Bestürzung. Die Max-Planck-Gesellschaft sprach am Donnerstag von einem "verabscheuungswürdigen Akt von Fremdenfeindlichkeit".
Die Frau war vergangene Woche während einer Gerichtsverhandlung von einem 28-Jährigen mit zahlreichen Messerstichen getötet worden. Ihr Ehemann, ein Doktorand der Max-Planck-Gesellschaft, wurde bei der Tat schwer verletzt. Der 32-Jährige liegt derzeit noch in einer Dresdner Klinik. Die Ermittler gehen von einem ausländerfeindlichen Hintergrund aus.
Die Max-Planck-Gesellschaft erklärte, der fremdenfeindliche Hintergrund der Tat sei für die Wissenschaftsorganisation mit Mitarbeitern aus den verschiedensten Nationen und Religionen besonders bestürzend. Die Tat eines Einzeltäters dürfe aber nicht das Deutschlandbild dominieren oder gar als Ausdruck der Haltung Deutschlands allgemein gewertet werden.
Die tödliche Attacke beschäftigt inzwischen auch die Politik. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch angekündigt, sie wolle am Rande des G-8-Gipfels mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak über den Fall sprechen.
Kairo kündigte an, den Staatsanwalt von Alexandria nach Deutschland zu schicken, um bei der Untersuchung zu den Umständen des Todes zu helfen. Tausende Menschen waren bei der Beerdigung des Opfers in Alexandria anwesend. Der Imam der Azhar-Moschee in Kairo ehrte die Tote als "Märtyrerin" und forderte die Höchststrafe für den Angreifer. (afp)
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