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Mexiko: Drogenkrieg fordert über 70 Tote

Am Wochenende kam es zu einer Welle blutiger Gewalt in mehreren mexikanischen Bundesstaaten. Auch diplomatisches Personal aus den USA gehört zu den Opfern.

Hier wurde ein amerikanisches Ehepaar durch eine Schießerei getötet.
Hier wurde ein amerikanisches Ehepaar durch eine Schießerei getötet.
Foto: rtr

Mexiko-Stadt/Washington. Eine Welle blutiger Gewalt hat am Wochenende in Mexiko über 70 Menschen das Leben gekostet. Auch vor diplomatischem Personal machten die Täter nicht halt: In der Grenzstadt Ciudad Juárez wurden aus einem Auto heraus eine amerikanische Mitarbeiterin des US-Konsulats, ihr Ehemann sowie der Ehemann einer mexikanischen Angestellten erschossen. US-Präsident Barack Obama verurteilte die Bluttat scharf. Die mexikanische Regierung versprach Aufklärung. Insgesamt starben in Ciudad Juárez allein am Samstag 19 Menschen.

Das Außenministerium in Washington sprach eine Reisewarnung aus und forderte die Beschäftigten von sechs grenznahen US-Konsulaten auf, ihre Angehörigen aus der Region in Sicherheit zu bringen. Ciudad Juárez gilt als eine der gefährlichsten Städte Mexikos. Durch sie führt eine der wichtigen Drogenrouten in die USA. Im vergangenen Jahr kamen dort im Zuge des Drogenkriegs mehr als 2600 Menschen ums Leben.

Brennpunkt der Gewalt wurde der Bundesstaat Guerrero im Süden Mexikos. In Acapulco am Pazifik wurden am Wochenende 28 Personen getötet, darunter sechs Polizisten, wie lokale Medien berichteten. Am Sonntagmorgen kam es in einer Straße des Badeortes zwischen rivalisierenden Drogenbanden zu einer Schießerei, bei der 10 Personen starben. Beamte fanden zudem acht weitere Leichen. Auch in anderen Gebieten des Bundesstaates wurden bei Schießereien weitere Menschen getötet, und manche von ihnen enthauptet. Außerdem wurde ein am Freitag entführter Journalist tot aufgefunden.

Mehr als 7000 Tote

Im südlichen Bundesstaat Chiapas griffen Unbekannte Einrichtungen der Staatsanwaltschaft aus Fahrzeugen mit Handgranaten an. Wie die Zeitung "El Universal" meldete, wurde dabei einer der Angreifer getötet, weil eine Granate noch im Auto explodierte. In dem nördlichen Bundesstaat Sinaloa starben acht Menschen, als Bewaffnete eine Geburtstagsfeier in der Ortschaft Navolato überfielen. In Mexiko-Stadt lieferte sich ein Krimineller eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Er raste mit voller Wucht in ein Restaurant und tötete dabei einen Gast.

Präsident Obama sei "zutiefst erschüttert und empört über die Berichte von den brutalen Morden an den drei Menschen, die mit US- Konsulat in Ciudad Juárez in Verbindung standen", hieß es in einer Mitteilung des Sprechers des Nationalen Sicherheitsrates, Mike Hammer. "Gemeinsam mit den mexikanischen Behörden werden wir unermüdlich daran arbeiten, die Mörder zur Rechenschaft zu ziehen."

Im Krieg der Drogenkartelle untereinander und des Staates gegen die Banden sind in ganz Mexiko im vergangenen Jahr mehr als 7000 Menschen ums Leben gekommen. Brennpunkte der blutigen Auseinandersetzungen sind vor allem die nördlichen Bundesstaaten, die an die USA angrenzen, aber auch die mexikanische Hauptstadt-Region und die sie umgebenden Bundesstaaten. (dpa)

Datum:  15 | 3 | 2010
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