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Militärausgaben: Für die Rüstung gibt es Geld

Auch die Finanzkrise bremst die weltweiten Rüstungsausgaben nicht: Das Militär kostet jeden Menschen auf dem Planeten 184 Euro im Jahr. In Deutschland entwickeln sich die Ausgaben allerdings gegen den Trend. Von Hannes Gamillscheg

Ein Kampf-Hubschrauber vom Typ Tiger (Archivbild)
Ein Kampf-Hubschrauber vom Typ Tiger (Archivbild)
Foto: dpa

Stockholm. Auch die Finanzkrise hat die weltweiten Rüstungsausgaben nicht gebremst. Sie betrugen im Vorjahr 1531 Milliarden Dollar, 5,9 Prozent mehr als 2008. Umgerechnet sind das 1,25 Billionen Euro oder 184 Euro pro Kopf der Weltbevölkerung und 2,7 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

Im vergangenen Jahrzehnt stiegen die Militärausgaben insgesamt um fast 50 Prozent. Dies geht aus dem neuen Jahrbuch hervor, das das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri am heutigen Mittwoch veröffentlicht.


Foto: FR

Angesichts der schlimmsten Wirtschaftskrise seit den 30er Jahren, mit rasch wachsender Arbeitslosigkeit und enormen öffentlichen Defiziten zur Folge, sei der weitere Anstieg der Rüstungskosten "paradox, manche mögen sagen: empörend", heißt es bei Sipri.

Rund zwei Drittel aller Staaten erhöhten im Vorjahr ihre Bewilligungen für das Militär. Gleichzeitig unterminierte die Krise "Willen und Fähigkeit" von Regierungen und multinationalen Organisationen, in nicht-militärische Mittel und Methoden für Konfliktlösung und sozialen Ausgleich zu investieren, betont Sipri-Chef Bates Gill.

Die größte Kriegsmacht bleiben die USA, auf deren Konto 43 Prozent der globalen Rüstungsmittel gehen und die für mehr als die Hälfte des weltweiten Zuwachses stehen. Während der Amtszeit von George W. Bush als US-Präsident stiegen die Militärausgaben um reell 63 Prozent, doch auch unter Barack Obama wächst das Budget, hauptsächlich wegen des eskalierenden Konflikts in Afghanistan, für den Washington mehr Geld braucht als im Irak. Die Rüstung sei von Obamas generellem Ausgabenstopp ausgenommen, schreibt Sipri.

Deutschland steht auf der Liste der größten Militärmächte auf Platz sieben und zählt zu den wenigen Ländern, die im vergangenen Jahrzehnt ihre Waffenbudgets reduzierten.

Auch die Kosten für sogenannte Friedensoperationen erreichten 2009 mit 9,1 Milliarden Dollar ein neues Hoch, insgesamt waren rund 200.000 Soldaten und 20.000 Zivilisten an den 54 Einsätzen beteiligt, 16 Prozent mehr als 2008. Hauptgrund für das Rekordniveau ist die von der Nato geführte Aktion in Afghanistan.

Autor:  Hannes Gamillscheg
Datum:  2 | 6 | 2010
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