Der frühere kubanische Präsident Fidel Castro hat sich dafür ausgesprochen, dass Venezuela militärisch aufrüstet. Das sei "unumgänglich", wenn die US-Militärpräsenz in Kolumbien verstärkt werde. Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe bietet Washington Militärbasen an, was in der Region Besorgnis auslöst.
"Welchen Sinn haben denn die Militär- und Marine-Stützpunkte, die die Vereinigten Staaten rund um Venezuela und im Herzen Südamerikas aufbauen wollen?", fragte Castro in einem Zeitungsbeitrag. Die Verhandlungen, die Washington und Bogotá über kolumbianische Basen führten, "zwingen Venezuela, in Waffen zu investieren".
Venezuela rüste jedoch nicht "gegen das Brudervolk Kolumbiens, sondern gegen das Imperium auf", das in der Vergangenheit bereits versucht habe, "die Revolution zu zerstören". Würde Kolumbien Stützpunkte zur Verfügung stellen, dann sei das eine Bedrohung "aller Staaten im Süden des Kontinents".
Venezuelas Präsident Hugo Chávez sagte, um die Militärbasen könnte ein Krieg ausbrechen, denn "es handelt sich um die Yankees, den aggressivsten Staat in der Geschichte der Menschheit, der in der Lage war, Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abzuwerfen". Chávez kündigte an, den Import von 10.000 in Kolumbien hergestellten Autos zu stoppen. Das wäre die erste konkrete Auswirkung des Handelsboykotts, den Chávez neben der Suspendierung der diplomatischen Beziehungen verkündet hatte.
Keine vehemente Ablehnung
Bei den Nachbarn stieß Uribe freilich nicht nur auf Ablehnung. Peru, wo ebenso wie in Kolumbien eine US-freundliche, rechtsgerichtete Regierung am Ruder ist, stellte sich dem Plan nicht entgegen. Aber auch die linksliberale Regierung von Chile - das in der jüngeren Vergangenheit durch Waffenkäufe in den USA kräftig aufgerüstet hat - äußerte keine vehemente Ablehnung.
Paraguays linker Präsident Fernando Lugo wurde zitiert, jedes Land könne souverän entscheiden, ob es fremde Militärs bei sich zulassen wolle.
Nachrichten aus der Politik, Kommentare, Doku und Debatten

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl
Bleibt Barack Obama Präsident der USA? Oder macht Mitt Romney von den konkurrierenden Republikanern das Rennen?
US-Wahl-Spezial mit Analyse und Hintergrund
Interaktive Karte zu den Vorwahlen der Republikaner
Exklusive Reportagereise durch den Wahlkampf
Weblog der USA-Experten unserer Redaktion
Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.
Ihr Wunsch-Bundespräsident Wulff scheitert, sie muss Gauck als Nachfolger hinnehmen, ihre Mehrheit steht im Bundestag nicht mehr hinter ihr: Die Autorität von Bundeskanzlerin Merkel schwindet. Das Spezial.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.