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Milliardäre spenden: Die Gnade der Reichen

Microsoft-Gründer Gates und Großinvestor Buffett stiften US-Milliardäre dazu an, die Hälfte ihres Vermögens zu spenden.

        

Warren Buffett und Bill Gates (rechts) werben um Amerikas Milliardäre.
Warren Buffett und Bill Gates (rechts) werben um Amerikas Milliardäre.
Foto: rtr

Auf der Liste finden sich prominente Namen: Michael Bloomberg, Medienunternehmer und Bürgermeister von New York, CNN-Gründer Ted Turner, Star-Wars-Regisseur George Lucas, der texanische Energiemogul T. Boone Pickens. Sie alle zählen zu Amerikas Gutmenschen unter den Superreichen. Dass sie dem Beispiel ihrer Milliardärskollegen Bill Gates und Warren Buffett folgen und die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke herschenken wollen, überrascht nicht wirklich.

Mit anderen Namen auf der 38 Köpfe zählenden Liste war dagegen nicht zu rechnen: Sandy Weill etwa, Gründer der Citigroup, dessen riskanter Expansionskurs maßgeblich dazu beitrug, dass der US-Steuerzahler das überschuldete Bankhaus in der Finanzkrise mit vielen Milliarden retten musste. Womöglich aber gilt für Weill ja, was ein Biograf schon Amerikas Philanthropen-Urvater Andrew Carnegie ins Stammbuch schrieb: „Vielleicht rechtfertigt er mit der Weggabe seines Geldes, was er getan hatte, es zu verdienen.“

Die von Gates und Buffett ins Leben gerufene Initiative „The Giving Pledge“ veröffentlichte am Mittwoch die Namen der 38 spendablen Superreichen. Microsoft-Gründer Gates arbeitet schon seit Gründung der Bill und Melinda Gates Stiftung 1994 daran, sein Geld im Kampf gegen Gesundheits-, Armuts- und Bildungsprobleme unter die Bedürftigen dieser Welt zu bringen. 2006 überzeugte Gates zunächst seinen Freund Buffett, in Raten 99 Prozent seines Geldes zu spenden Nun haben die beiden reichsten Männer der USA andere Superreiche zum Nachmachen animiert.

Die Zielgruppe ist – laut dem Magazin Forbes – genau 403 Personen groß. So viele Milliardäre gibt es in den USA, mehr als in jedem anderen Land. Künftig sollen es ein paar weniger sein: Wer mitmacht, muss schriftlich zusagen, mindestens die Hälfte seines Vermögens zu spenden, vor oder nach dem Tod.

Jeder Zehnte macht schon mit

Rechtswirksam ist das Versprechen zwar nicht, es soll jedoch moralisch verbindlich sein. „Wir haben gerade erst angefangen, aber die Reaktion ist fantastisch“, erklärte Investorenlegende Buffett. Viele hätten sogar weit mehr als die Mindestsumme versprochen. Immerhin fast jeder zehnte Milliardär hat schon unterschrieben, darunter erstaunlich viele Wall-Street-Größen wie die Hedge-Fonds-Gründer Julian Robertson und Jim Simons oder der Finanzinvestor David Rubenstein.

Ob es in diesemTempo weiter geht, bleibt abzuwarten. Einige auf der Liste hatten entsprechende Spenden bereits angekündigt und diese jetzt nur bestätigt. „Ich habe lange gesagt, dass es mir Freude macht, Geld zu verdienen, aber auch, es wegzugeben“, erklärte der Texaner Pickens, seit Jahren ein aktiver Philanthrop: „Ich war nie ein Fan von vererbtem Wohlstand. Er schadet mehr als er nutzt.“

Die Spender-Liste könne Sogwirkung entfalten, glaubt Robert Frank, Geldadel-Kolumnist beim Wall Street Journal, „schon wegen dem Gruppenzwang, der Publicity und dem inspirierenden Beispiel anderer“. Nach der Großen Rezession seien Amerikas Superreiche sowieso gerade auf der Suche nach neuen Statussymbolen: „Jachten, Privatflugzeuge und Meeresvillen sind so 2007.“

Datum:  4 | 8 | 2010
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