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Ministerpräsident - Außenminister 3:2: Becks Revanche

Gerade noch saß Ralf Marohn im Flugzeug von Guido Westerwelle - jetzt ist er den Job für das Mainzer Wirtschaftsministerium los. Ende einer transozeanischen PR-Schlacht. Von Damir Fras

Berlin. Es war eine PR-Schlacht über den Atlantik hinweg. Kombattanten waren Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD). Es ging darum, wer schneller in der Öffentlichkeit verankern kann, was angeblich wahr ist. Es ging um Ralf Marohn aus Ludwigshafen, der im Januar Westerwelle auf einer Reise nach China begleitete. Und es ging auch darum, dass Westerwelles Bruder Kai an Marohns Far Eastern Fernost Beratungs- und Handels GmbH beteiligt ist, was der Angelegenheit den Geschmack von Vetternwirtschaft gibt.

Den ersten Streich führte das Auswärtige Amt. Aus Brasilien kam die Erklärung, die Mitnahme Mahrons nach China, wo dessen Firma einige Büros unterhält, sei ausschließlich fachlich motiviert gewesen. Es sollte auch noch klar werden, dass Mahron, obschon FDP-Mitglied, nicht nur einem Herren dient. Der Mann habe schließlich auch schon den SPD-Politiker Beck auf Auslandsreisen begleitet.

Becks Sprecher Walter Schumacher retournierte schon nach wenigen Minuten aus Mainz. Niemals habe Marohn als Mitglied einer offiziellen Delegation Kurt Beck nach China begleitet. Allenfalls sei er im Tross der Landeswirtschaftsminister gereist. Und die seien bekanntlich in Rheinland-Pfalz bis 2006 von der FDP gewesen.

Diese Darstellung wiederum wollte Mahron nicht unwidersprochen lassen. Er ließ verbreiten, er sei aber 1999 mit Beck nach China verreist. Das Auswärtige Amt machte - ungewöhnlich - den Postboten für diese Erklärung. Die war mit vier Fotos garniert, die zwar Kurt Beck an einem deutschen Weinstand in China zeigen, doch - wenn überhaupt- nur die Rückenansicht von Marohn. Mögliche Erklärung: Die beiden haben sich bei einem Empfang in China gesehen. Auf der offiziellen Delegationsliste von damals taucht Mahron jedenfalls nicht auf.

Die PR-Schlacht war damit entschieden. Und Mahron hat eine Einnahmequelle weniger. Am Freitag teilte das SPD-geführte Mainzer Wirtschaftsministerium mit, es werde seine Geschäftsbeziehung mit dem Westerwelle-Begleiter beenden. Kommentar von Becks Sprecher Schumacher: "Das ist das Geringste, was man von einem Berater erwarten kann, dass er nicht versucht, den Auftraggeber zu linken."

Autor:  Damir Fras
Datum:  12 | 3 | 2010
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