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07. Februar 2012

Missbrauch in der katholischen Kirche: "Wir haben die Opfer missachtet"

"Die Kirche will etwas tun – so gut wie möglich und mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln."  Foto: dpa

Pater Hans Zollner, Psychologe und Vizerektor der Jesuiten-Universität Gregoriana in Rom, über den Missbrauch in der katholischen Kirche und wie die Kurie damit umgeht.

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Pater Hans Zollner, Psychologe und Vizerektor der Jesuiten-Universität Gregoriana in Rom, über den Missbrauch in der katholischen Kirche und wie die Kurie damit umgeht.

Der Psychologe und Vizerektor der Jesuiten-Universität Gregoriana in Rom, Hans Zollner, ist überzeugt davon, dass die Kirche nach ihren Missbrauchsskandalen nicht einfach so weitermachen kann. Ein dreitägiges, nicht öffentliches Symposium in Rom, das am Montag begonnen hat, soll dabei helfen, den Opfern eine Stimme zu geben.

Pater Zollner, Ihre Universität veranstaltet ein international hochkarätig besetztes Symposium zum Thema Sexueller Missbrauch. Das Motto der Veranstaltung ist „Heilung und Erneuerung“. Wie können Sie das erreichen?

        

Hans Zollner will mehr Zuwendung zu den Missbrauchsopfern.
Hans Zollner will mehr Zuwendung zu den Missbrauchsopfern.
 Foto: münchener kirchenraDio

Wir haben nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsskandale in Deutschland vor zwei Jahren, aber auch in vielen anderen Ländern, erkannt, dass wir nicht so weitermachen können. Wir müssen als Kirche aus dem lernen, was passiert ist – vor allem müssen wir weltweit voneinander lernen. Die wichtigste Frage für uns ist: Was können wir tun, um künftigem Missbrauch vorzubeugen?

Warum aber erst jetzt? In anderen Ländern liegen ähnliche Skandale schon weit zurück.

Das ist richtig, in den USA und in Irland sind solche Fälle schon vor vielen Jahren bekannt geworden, und es sind in diesen Ländern und auch in der Kirche dann Prozesse in Gang gesetzt worden, um darauf zu reagieren. Vor allem in Deutschland und Westeuropa ist die Öffentlichkeit aber erst seit kurzem ganz anders sensibilisiert.

Welches Signal wollen Sie mit dieser Veranstaltung setzen?

Die Kirche will etwas tun – so gut wie möglich und mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Zum einen wollen wir ein innerkirchliches Signal setzen: Es muss den Kirchenführern weltweit klar sein, dass sie sich des Themas annehmen müssen – und dass es sich dabei mitnichten um ein westeuropäisches oder nordamerikanisches Problem handelt. Es ist in allen Ländern und allen Gesellschaften vorhanden. Das zweite Signal ist ein öffentliches: Die Kirche ist bis in die obersten Ebenen hinein bereit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Teilnehmen werden auch Kardinal William Levada, der Präfekt der Glaubenskongregation, der Behörde also, die für die Aufklärung von Missbrauch zuständig ist, und der kirchliche Chefankläger Charles Scicluna.


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