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Mit eisiger Kälte: Verhältnis USA-Russland ist schwer gestört

George W. Bush  kritisierte Russlands  Invasion: Im 21. Jahrhundert nicht akzeptabel.
George W. Bush kritisierte Russlands Invasion: "Im 21. Jahrhundert nicht akzeptabel."
Foto: rtr

Washington. Noch spricht niemand in Washington von einem neuen Kalten Krieg. Doch die Betriebstemperatur im strapazierten Verhältnis zwischen den USA und Russland geht nach Moskaus militärischem Eingreifen in Georgien rasant Richtung Tiefkühltruhe. Den neuen Ton hatte am Wochenende als erster US-Vizepräsident Dick Cheney gesetzt: "Russlands Aggression darf nicht unbeantwortet bleiben." Cheney drohte mit "ernsthaften Konsequenzen" für die russisch-amerikanischen Beziehungen.

Im UN-Sicherheitsrat lieferten sich die Botschafter beider Länder zur gleichen Stunde einen heftigen Schlagabtausch, wie man ihn seit Sowjettagen nicht erlebt hatte. Am Montag verschärfte auch Präsident George W. Bush, zurück aus dem olympischen Peking, wo er am Freitag noch angeregt mit Russlands Premier Wladimir Putin geplaudert hatte, die Rhetorik: "Russland hat einen souveränen Nachbarstaat angegriffen und bedroht eine demokratisch gewählte Regierung. Das ist im 21. Jahrhundert untragbar."

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Zwar wurde aufmerksam registriert, dass Bush Moskau bei seinem Auftritt in Washington noch immer nicht mit konkreten Maßnahmen drohte. Bis ins Weiße Haus hinein gelten die Optionen des Westens, auf das russische Vorgehen zu reagieren, als beschränkt. Doch sowohl die US-Öffentlichkeit wie die politische Klasse betrachten Moskaus erst am Dienstag beendete Offensive als Auftakt zu einem "neuen geopolitischen Spiel" (New York Times).

Nach anfänglicher Verblüffung wird der Ruf lauter, Russland daran zu hindern, wieder alte Einflusszonen zu errichten. Die USA sehen sich dadurch - nicht zuletzt aufgrund eigener Ölinteressen am Kaspischen Meer - direkt herausgefordert.

Moskau wolle nicht nur eine Nato-Mitgliedschaft Georgiens und der Ukraine verhindern, sondern beide Länder unter russische Kontrolle zwingen, warnt etwa der einflussreiche neokonservative Vordenker Robert Kagan, der dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain nahesteht. McCain selbst kritisierte erneut, dass die Nato im Frühjahr entgegen den US-Wünschen kein Aufnahmeverfahren für Georgien beschlossen habe. "Dies könnte von Russland als grünes Licht gesehen worden sein, Georgien anzugreifen", so McCain.

Auch sonst eher zurückhaltende Stimmen schlagen kräftig auf die rhetorische Trommel. So forderten etwa die ehemaligen Clinton-Diplomaten Richard Holbrooke und Ronald Asmus in einem Beitrag für die Washington Post : "Wir müssen Russlands Druck auf seine Nachbarn entgegentreten."

Wie McCain sprach auch der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Barack Obama, von einer russischen "Aggression". Und deutete an, die Nato müsse nun erst recht ein Aufnahmeverfahren für Georgien erwägen: "Wir müssen weiter auf diese tiefere Beziehung dringen."

Autor:  DIETMAR OSTERMANN
Datum:  13 | 8 | 2008
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