kalaydo.de Anzeigen

Münchner Sicherheitskonferenz: Nato sucht globale Rolle

Die NATO will in Sicherheitsfragen künftig weltweit eine Rolle spielen. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen plädierte am Sonntag bei der Sicherheitskonferenz in München für neue Partnerschaften mit Ländern wie China, Indien und Pakistan.

NATO-Generalsekretär Rasmussen während der Sicherheitskonferenz in München.
NATO-Generalsekretär Rasmussen während der Sicherheitskonferenz in München.
Foto: Foto: dpa

München. Die NATO will in Sicherheitsfragen künftig weltweit eine Rolle spielen. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen plädierte am Sonntag bei der Sicherheitskonferenz in München für neue Partnerschaften mit Ländern wie China, Indien und Pakistan.

Die NATO müsse ein Forum für globale Sicherheitsfragen werden. Dies bedeute nicht, dass sie rund um die Welt militärisch aktiv sein wolle, sagte Rasmussen.

Das Bündnis will im November in Lissabon eine neue Strategie beschließen. Dabei geht es vor allem um die Frage nach den künftigen Hauptaufgaben der Militärallianz.

"Das Bündnis sollte eine Drehscheibe für ein Netzwerk von Sicherheitspartnerschaften und ein Beratungszentrum für internationale Sicherheitsfragen werden. Auch über Fragen, in denen die NATO niemals aktiv wird", sagte Rasmussen. Niemand werde verlieren, wenn die NATO enger mit anderen Institutionen und Staaten zusammenarbeite, sagte Rasmussen. "Wem würde es denn schaden, wenn China, Indien, Pakistan und andere engere Beziehungen zur NATO hätten?", fragte Rasmussen. "Es gäbe hinsichtlich Vertrauensbildung und Zusammenarbeit nur Gewinner. Wir reden hier über Nationen, die formell oder informell über Sicherheitsfragen beraten, nicht mehr."

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte, die NATO müsse effektiver werden. "Wir reden zu viel und wir erreichen zu wenig." Die NATO müsse weiter am Konsensprinzip festhalten, doch solle dies nicht immer Einstimmigkeit bedeuten. "Koalitionen der Willigen jedenfalls können Konsens und Konsultationen nicht ersetzen. Ihnen gehört deshalb auch nicht die Zukunft."

Mit Staaten wie China und Russland müsse eine Dialogbasis gefunden werden, forderte Guttenberg. Die Zusammenarbeit zwischen der NATO und der Europäischen Union bleibe zudem hinter den Möglichkeiten zurück. Das Bündnis brauche ferner ein Gremium jenseits des NATO-Rats, in dem über politische Fragen diskutiert werden könne.

"Die NATO sollte kein globaler Akteur sondern ein Akteur in einer globalen Welt sein", sagte der NATO-Oberkommandeur, US-Admiral James Stavridis. Er forderte in der künftigen Strategie eine neue Balance zwischen "harter" militärischer Macht und "weicher" politischer und wirtschaftlicher Einflussnahme.

Stavridis mahnte, neue Bedrohungen wie die elektronische Kriegsführung ernst zu nehmen: "Wahrscheinlich kommt die Gefahr der Zukunft nicht aus dem Bombenschacht eines Flugzeugs, sondern aus einem Glasfaserkabel." Guttenberg forderte mutige und pragmatische Vorschläge für die neue Strategie. Die Zeit der "Fensterreden" müsse vorbei sein.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der russischen Duma, Konstantin Kosatschew, bekräftigte die russische Ablehnung der von der Ukraine und Georgien gewünschten Beitritte zur NATO. Er lehnte auch eine zunehmend globalere Rolle der NATO ab: "Sobald die NATO über ihre Grenzen hinaus aktiv wird, ist dies keine innere Angelegenheit des Bündnisses mehr."

"Wir müssen die Veränderung der NATO weitertreiben, indem wir das Bündnis in ganz neuer Weise mit einem breiteren internationalen System verbinden", sagte Rasmussen. Er sehe in seinem Vorschlag keine Konkurrenz zu den Vereinten Nationen. "Wir sprechen über eine Gruppe von Staaten, die sich formell oder informell über Sicherheitsfragen beraten, nicht mehr. "Die Verteidigung der Mitgliedstaaten ist die wichtigste Aufgabe der NATO", bekräftigte er. "Unser Schwerpunkt wird die Verbindung zwischen Europa und Nordamerika bleiben." (dpa)

Datum:  7 | 2 | 2010
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Ressort

Nachrichten aus der Politik, Kommentare, Doku und Debatten


US-Wahl 2012: Countdown für Obama

Damir Fras ist unser US-Korrespondent
Olivia Schoeller berichtete zuvor aus Washington
Daniel Haufler ist Redakteur im Ressort Meinung
Countdown für Obama - das Weblog zur US-Wahl


Spezial: US-Wahl 2012

Bleibt Barack Obama Präsident der USA? Oder macht Mitt Romney von den konkurrierenden Republikanern das Rennen?

US-Wahl-Spezial mit Analyse und Hintergrund

Interaktive Karte zu den Vorwahlen der Republikaner

Exklusive Reportagereise durch den Wahlkampf

Weblog der USA-Experten unserer Redaktion

Kolumne

Die Politik ist eine Castingshow - und Angela Merkel ihr Dieter Bohlen: Stephan Hebel in seiner Audioslideshow über Peter Altmaier (eine Runde weiter!), den Osterhasen (Artenvielfalt gerettet!) und einen friedlosen ESC (wo ist Nicole, wenn man sie braucht?). Über Fußball - diesmal kein Wort!

Interaktiv

Wer sitzt mit wie vielen Abgeordneten im Bundesrat? Alle Ministerpräsidenten, alle Zahlen und Fakten hier!

Anzeige

 

Anzeige

 

Video
Spezial: Israel-Iran-Konflikt

Bombardiert Israel die iranischen Atomanlagen? Weitet sich der Konflikt zum Regionalkrieg aus? Werden gar die USA hineingezogen? Die Lage in Nahost spitzt sich dramatisch zu. Das Spezial.


Politik-Spezial

Ihr Wunsch-Bundespräsident Wulff scheitert, sie muss Gauck als Nachfolger hinnehmen, ihre Mehrheit steht im Bundestag nicht mehr hinter ihr: Die Autorität von Bundeskanzlerin Merkel schwindet. Das Spezial.


Fotostrecke
Plaßmanns Welt (295 Bilder)
Fotostrecke
Meeresbewohner: Leuchtend grüne Quallen gleiten durch ein Aquarium.

Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.

Revolte

Protest und Party, Revolte - aber keine Revolution: 1968 hat die Gesellschaft nachhaltig verändert.

Quiz
Wissens-Test.

Politik, Sport, Wirtschaft - wie gut sind Sie informiert? Machen Sie den Test mit dem unterhaltsamen Tagesquiz.

ANZEIGE
- Business
- Kauftipps!