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Politik
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16. September 2014

Muslime in Deutschland: Mahnwachen gegen Hass

 Von 
Ali Kizilkaya, Sprecher des Koalitionsrates der Muslime.  Foto: dpa

Die muslimischen Verbände in Deutschland wollen sich mit öffentlichen Aktionen klar von der Extremistenorganisation "Islamischer Staat" (IS) distanzieren und ein Zeichen gegen Rassismus setzen. In 2000 islamischen Gemeinden sind am Freitag Aktionen geplant.

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Mit einem bundesweiten Aktionstag wollen die wichtigsten muslimischen Verbände in Deutschland am Freitag ein Zeichen gegen Rassismus und Fanatismus sowie den Missbrauch ihrer Religion zur Rechtfertigung terroristischer Gewalttaten setzen. In 2000 islamischen Gemeinden sind an diesem Tag vor und nach dem traditionellen Freitagsgebet Mahnwachen und Friedenskundgebungen unter dem Motto geplant „Muslime stehen auf gegen Hass und Unrecht“.

Die Aktion ist eine Reaktion auf den Feldzug der IS-Milizen in Syrien und dem Irak sowie auf die jüngsten Anschläge auf Moscheen in Deutschland. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere wird an der Veranstaltung in Hannover teilnehmen.

Anschläge auf Moscheen

„Wir wollen Extremismus jeglicher Couleur eine Absage erteilen“, sagte der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime, Ali Kizilkaya. Der Aktionstag soll ein Zeichen des Zusammenhalts in der Gesellschaft sein. Kizilkaya erinnerte an die jüngsten Anschläge auf Moscheen. Gotteshäuser seien Orte des Friedens. Sie gehörten besonders geschützt, sagte Kizilkaya, gleich, ob es sich um Kirchen, Synagogen oder Moscheen handele.

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Die Anschläge folgten dem Muster, das bei den Gewalttaten des NSU zu beobachten gewesen sei, sagte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek. Es sei klar, dass es sich um Attentate handele. Es gebe aber keine Bekennerschreiben. So würde das öffentliche Entsetzen niedrig gehalten, die Betroffenen aber in Angst und Schrecken versetzt.

Mit Blick auf den Terror des IS sagte Mazyek, die Veranstaltungen in Deutschland sollten „keine Distanzierungsorgie“ sein. Aber die Muslime könnten nicht schweigen, „wenn der Islam gekidnappt werde von Terroristen und Verbrechern“.

Die muslimischen Gemeinden seien „überfordert“, wenn sie allein die Aufgabe bewältigen sollten, Jugendliche vor einer Radikalisierung zu bewahren, sagte der Generalsekretär des Verbandes Islamischer Kulturzentren, Seyfi Ögütlü. Der Kampf gegen den Extremismus sei eine Aufgabe aller.


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