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04. Juli 2008

Nach Amokfahrt: Israel lässt Häuser zerstören

Mit einem Bulldozer fuhr ein Palästinenser in Jerusalem Amok. Drei Menschen wurden getötet, mehr als 50 verletzt.  Foto: ap

Nach der Amokfahrt eines Palästinensers in Jerusalem lässt die israelische Regierung dessen Haus zerstören - zur Abschreckung. Denn: "Gegen Terror muss man mit Gewalt vorgehen."

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Tel Aviv (dpa) - Nach der Amokfahrt eines Palästinensers im Zentrum Jerusalems hat der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak angeordnet, das Haus des getöteten Mannes zu zerstören. Wie das israelische Armeeradio berichtete, soll auch das Haus eines weiteren Palästinensers zertrümmert werden, der Anfang März acht Studenten einer jüdischen Religionsschule in Jerusalem getötet hatte. Ein Datum für den Abbruch der Häuser wurde nicht genannt.

Der 30-jährige Palästinenser Hussam Dwajat hatte mit einem Radlader mehrere Fahrzeuge zerdrückt und dabei drei Menschen getötet sowie rund 50 weitere verletzt. Anschließend wurde er von Sicherheitskräften erschossen. Der israelische Generalstaatsanwalt Menachem Masus hatte auf Anfrage der Regierung erklärt, die Zerstörung der Häuser von Attentätern sei mit der Verfassung vereinbar. Jeder Fall müsse allerdings einzeln analysiert werden.

Das von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisierte Abschreckungsmittel war 2005 gestoppt worden, weil es sich nach Einschätzung der Regierung im Kampf gegen den Terrorismus als wirkungslos erwiesen hatte. Von den Häuserzerstörungen sind meist viele Familienmitglieder betroffen.

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hatte bereits zuvor damit gedroht, den Angehörigen der Attentäter alle Sozialvorteile zu entziehen.

Innenminister Meir Schitrit hatte im israelischen Rundfunk erklärt: "Wenn ein Terrorist weiß, dass nach einem Anschlag sein Haus und das Haus seiner Familie zerstört wird, (...) wird er zweimal nachdenken, ob es sich für ihn lohnt." Mit schönen Worten könne man "den Terror nicht stoppen", sagte Schitrit. "Gegen Terror muss man mit Gewalt vorgehen."

Die Familie des getöteten Dwajats war schon zuvor von der Polizei gezwungen worden, ein Trauerzelt in Ost-Jerusalem abzubauen. Nach Angaben der Familie war Dwajat kein Terrorist, sondern handelte in einem Moment der Unzurechnungsfähigkeit.

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